CSU und Freie Wähler

Koalition will freiwilliges «Bayernjahr» rasch umsetzen

01. September 2026 , 16:23 Uhr

Was tun nach dem Schulabschluss? CSU und Freie Wähler wollen junge Menschen in ein «Bayernjahr» locken. Was dahintersteckt und wann es losgehen soll.

CSU und Freie Wähler treiben zusammen mit Sozial- und Umweltverbänden, mit Feuerwehr und bayerischer Wirtschaft die Idee eines freiwilligen «Bayernjahres» für junge Menschen voran. Sie haben sich nun auf einen gemeinsamen Antrag zur Umsetzung des CSU-Vorstoßes verständigt. Parallel fordern beide Fraktionen ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr auf Bundesebene – das ist aber ein komplizierteres, langwierigeres Unterfangen.

Idee des «Bayernjahres» ist: Männer und Frauen sollen, auch mit Hilfe konkreter Anreize, dazu gebracht werden, sich mehrere Monate lang in den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Umwelt oder Sicherheit zu engagieren – oder in mehreren dieser Bereiche. Dafür könnten im Gegenzug Führerscheinkosten übernommen werden, oder es könnte Vorteile bei der Studienplatzvergabe geben. Wie genau dies passieren soll und wer die Kosten dann trägt, ist allerdings noch offen.

Wann es losgehen könnte

Losgehen solle es möglicherweise schon in einem Jahr. «Wir sind sehr ambitioniert», sagte CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek und nannte als Ziel Herbst 2027 oder Frühjahr 2028 – ohne dass man sich jetzt schon auf einen Termin festlegen könne. Klar ist: Es soll dann ein einheitliches und vollständig digitales Anmelde- und Informationsportal geben, über das sich Interessierte unkompliziert für die verschiedenen Module bewerben können.

Wichtig ist beiden Koalitionspartnern: Das neue «Bayernjahr» soll auf bestehenden Strukturen von freiwilligem Wehrdienst, freiwilligem sozialem und ökologischem Jahr sowie Bundesfreiwilligendienst aufbauen und keine Konkurrenz dazu sein. «Ziel ist es, diese bestehenden Programme zu vernetzen, zu bündeln und weiterzuentwickeln, um besonders jungen Menschen neue Kombinationsmöglichkeiten zu eröffnen», heißt es in dem gemeinsamen Antrag.

Welche Module es geben soll

Konkret soll es vier Module geben, nämlich Sicherheit (etwa mit Feuerwehr, Katastrophenschutz, Sicherheitswacht, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst, Polizei und Bundeswehr), Soziales (mit Pflege, Kinder- und Jugendhilfe, Behinderten- oder Altenarbeit, gemeinnützigen Organisationen, Vereinen), Umwelt (mit Natur-, Umwelt- und Klimaschutzprojekten, Umweltstationen oder -verbänden), und Wirtschaft (mit Praktika in Unternehmen und Betrieben). Die vier Module sollen auch möglichst flexibel kombiniert werden können.

Anreize für Interessierte erhoffen sich CSU und Freie Wähler von den Trägern. «Die Träger können den Freistaat dabei unterstützen, Anreize für Teilnehmende zu entwickeln – etwa durch die Anerkennung bei der Studienplatz- oder Wohnraumvergabe oder über die freiwillige Übernahme von Führerscheinkosten, Bahntickets oder Kulturgutscheinen», heißt es in dem Antrag. Klar ist: Alle Teilnehmer sollen am Ende ein Zertifikat bekommen.

Beide Fraktionsspitzen warben nun gemeinsam für den Vorstoß. Unterstützung signalisierten – stellvertretend für weitere Partner in allen Bereichen – unter anderem die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, der Landesfeuerwehrverband, die Caritas und die Landschaftspflegeverbände.

Quelle: dpa

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