Österreich

Kindesmissbrauch: Österreichischer Kabarettist angeklagt

16. September 2026 , 20:55 Uhr

Günther Paal alias Gunkl war bislang für sein intellektuell-philosophisches Kabarett bekannt. Nun schockiert der Österreicher mit einem Geständnis. Doch nicht nur er ist angeklagt.

Der österreichische Kabarettist Günther Paal ist wegen des Missbrauchs eines Mädchens angeklagt worden. Dem Künstler, der unter dem Namen Gunkl auftritt, wird auch der Besitz von fast 1.000 Dateien mit Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft und das Landesgericht in Wien mitteilten. 

Zu dem sexuellen Übergriff kam es demnach Anfang 2025. Das Mädchen war im Kindergartenalter, wie die dpa erfuhr. «Ich habe Schande auf mich gebracht, und ich bedaure zutiefst, was ich gemacht habe», sagte der 64-jährige Künstler in einem Video auf der Plattform Facebook. Er sei bereit, jede Strafe zu akzeptieren, sagte er.

Der Kabarettist habe sich selbst angezeigt und ein Geständnis abgelegt, sagte sein Anwalt dem Sender ORF. Auslöser für diesen Schritt sei gewesen, dass die Mutter und eine weitere Frau Paal wegen des Übergriffs erpresst hätten, wie der Anwalt schilderte. Anfragen der Deutschen Presse-Agentur beantwortete der Jurist nicht.

Auch Mutter des Opfers und weitere Frau angeklagt

Die zwei Frauen wurden wegen mutmaßlicher Erpressung angeklagt. Mehr als ein Jahr lang sollen sie Paal dazu gebracht haben, insgesamt rund 189.000 Euro zu zahlen, wie das Gericht und die Staatsanwaltschaft mitteilten. Den Frauen drohen dafür Strafen bis zu zehn Jahren – für den vorliegenden Missbrauchsvorwurf sind nach österreichischem Recht höchstens fünf Jahre vorgesehen.

In seiner Videobotschaft rief Paal andere Menschen mit ähnlichen Neigungen dazu auf, dringend Hilfe in Anspruch zu nehmen, statt zu versuchen, selbst damit fertig zu werden. «Das geht nicht alleine», sagte er.

Gunkl ist für seine philosophischen und intellektuell anspruchsvollen Auftritte bekannt. Diese Woche hätte er sein neues Programm mit dem Titel «Apropos übrigens» in Wien präsentieren sollen. Die Premiere und weitere Vorstellungen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben – darunter auch ein Termin in München am nächsten Mittwoch.

Der aktuelle Fall weckt Erinnerungen an den österreichischen Schauspieler Florian Teichtmeister («Die Toten von Salzburg», «Corsage»). Der Darsteller war 2023 wegen der Sammlung und Weiterbearbeitung von Zehntausenden Dateien mit Darstellungen von Kindesmissbrauch zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Quelle: dpa

 

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