Uraufführung

Keine Juden im FCN - Theaterstück zu Ausgrenzung im Fußball

15. April 2026 , 06:06 Uhr

1933 wirft der Fußballverein alle seine jüdischen Mitglieder raus. Was sich daraus für heute lernen lässt, zeigt ein Theaterstück, bei dem Kultur und Fußballfieber aufeinandertreffen.

Der Ausschluss jüdischer Mitglieder aus dem Fußballverein 1. FC Nürnberg während des Nationalsozialismus ist Ausgangspunkt für ein Theaterstück über die identitätsstiftende und ausgrenzende Wirkung von Fußball noch heute. «Heulen mit den Wölfen» feiert am 19. April am Staatstheater in Nürnberg seine Uraufführung. Auf der Bühne werden dabei auch zehn Bürgerinnen und Bürger stehen – alle selbst Fußballspieler, Club-Mitglieder oder Fans.

Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Buch «Heulen mit den Wölfen», in dem der Autor Bernd Siegler dieses dunkle Kapitel der Vereinsgeschichte aufarbeitet. Im Mittelpunkt stehen die Biografien von rund 140 jüdischen Mitgliedern, die der Club 1933 aus antisemitischen Gründen ausschloss. Das Buch thematisiert aber auch den Umgang des Vereins mit seiner Geschichte und den immer noch bestehenden Antisemitismus im Fußball.

«Aufwühlendes Material»

Genau daran knüpft das Schauspiel von Autorin Maren Zimmermann und Regisseur Ron Zimmering an. «Es ist ein wirklich aufwühlendes Material und eine erzählenswerte deutsche Geschichte», sagt Zimmermann. Das Stück nähere sich dem Thema auf zwei Ebenen: der historischen und der Bedeutung für die heutige Zeit. Die Inszenierung ist vor allem wortgewaltig: Die historischen Dokumente und persönlichen Fußball-Erlebnisse werden in gesprochenen Texten und Sprechchören verarbeitet.

Dabei gehe es auch um die Fragen, wieso sich jemand zu einem Verein zugehörig fühle, ob Fußball überhaupt unpolitisch sein könne und wie es generell um die Willkommenskultur bestellt sei, erläutert Zimmermann. «Es ist ja bis heute nicht so, dass Fußball divers ist.» Die Reihen der Funktionäre würden etwa von alten, weißen Männern dominiert. Im Stadion erlebe man immer noch Antisemitismus und Rassismus.

Quelle: dpa

 

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