BMW Open

Kein Rekordsieg: Zverev chancenlos im Halbfinale von München

18. April 2026 , 17:48 Uhr

Alexander Zverev hätte Rekordchampion in München werden können. Daraus wird nichts: Der Deutsche verliert sein Halbfinale gegen einen Italiener. Dieser berichtet von einer emotionalen Ausnahmelage.

Alexander Zverev stapfte wortlos und frustriert vom Center Court, während sein überragender Gegner Tränen der Freude und zugleich der Trauer vergoss. Der beste deutsche Tennisspieler ist beim ATP-Turnier von München im Halbfinale an einem bärenstarken Flavio Cobolli gescheitert. Beim 3:6, 3:6 hatte der Weltranglistendritte in nur 69 Minuten keine Chance und verpasste die Möglichkeit auf seinen vierten Titel bei den BMW Open. Er wäre damit alleiniger Rekordhalter des Sandplatzevents von München geworden.

Doch daraus wurde nichts, weil sein italienischer Rivale vor rund 6.500 Zuschauern einen Sahnetag erwischte. Der Davis-Cup-Champion zermürbte Zverev unter anderem mit 32 Winner-Schlägen – 20 davon allein im ersten Satz.

«Ich glaube, das war eines seiner besseren Matches», lobte Zverev später. «Aber ich muss auch sagen: Meine Beine waren nicht mehr da.» Er habe viele Spiele bestritten in den jüngsten Wochen. «Wenn du dann zehn oder zwanzig Prozent langsamer bist und er so ein Match spielt, dann wird es schwierig.»

Trauriger Grund für Cobolli-Tränen

Nach seinem Coup vergrub ein weinender Cobolli das Gesicht hinter einem Handtuch und schilderte im Anschluss, dass am Freitag ein guter Freund aus seinem Tennisclub gestorben sei. «Ich widme ihm das Match», sagte der 23-Jährige. «Ich habe das ganze Spiel an ihn gedacht und an einem harten Tag einen Weg gefunden zu kämpfen. Der Finaleinzug bedeutet mir sehr viel.»

Auch für Zverev wäre die Endspielteilnahme wichtig gewesen – nicht nur mit der Aussicht auf den Rekorderfolg auf der Anlage im Münchner Norden. Der gebürtige Hamburger kassierte bei seiner fünften Halbfinalteilnahme in diesem Jahr die fünfte Niederlage. Dass außer ihm kein anderer Profi in 2026 fünfmal auf der ATP-Tour in einer Vorschlussrunde stand, war dabei kein Trost.

Gegen seinen Gegner aus Florenz war Zverev von Beginn an auf verlorenem Posten. Beim vorentscheidenden Break zum 1:3 im ersten Satz wurde der Deutsche von Cobolli mit zwei erfolgreichen Stoppbällen zermürbt.

Zverevs Vorahnung wird bestätigt

«Er ist ein junger Spieler, der auch sehr, sehr wild sein kann», hatte Zverev vor der Partie prognostiziert. «Wenn er gut spielt, kann er sehr, sehr gut spielen.» Das bewies Cobolli eindrucksvoll und nahm Zverev im zweiten Durchgang direkt den Aufschlag im ersten Spiel und dann nochmal zum 5:2 ab.

Der Italiener, der 2025 das ATP-500-Turnier in Hamburg gewonnen hatte und in diesem Jahr schon in Acapulco erfolgreich war, kassierte direkt danach zwar noch das Re-Break. Am Ende aber jubelte Cobolli – ehe er verriet, unter welchem emotionalen Druck er an diesem Tag gestanden hatte. 

Der an Nummer vier gesetzte Profi trifft im Endspiel am Sonntag (13.30 Uhr) auf Ben Shelton aus den USA. Die Nummer zwei der Setzliste schlug den slowakischen Qualifikanten Alex Molcan mit 6:3, 6:4 und erreichte wie im Vorjahr das Münchner Finale. Vor zwölf Monaten war er Zverev unterlegen.

Zverev mit nächstem Versuch bei Masters in Madrid

Dieser muss indes weiter auf sein erstes Endspiel in diesem Kalenderjahr warten. Er war bei den Australian Open im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz nach einem dramatischen Duell ausgeschieden. Bei den drei Masters-Events in Indian Wells, Miami und Monte-Carlo verlor er jeweils gegen den Weltranglistenersten Jannik Sinner. In der nächsten Wochen geht es beim Masters von Madrid weiter.

Quelle: dpa

 

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