Meinungsfreiheit

Kalkofe: Rede von eingeschränkter Redefreiheit ist «Unsinn»

10. April 2026 , 12:23 Uhr

Darf man seine Meinung nicht mehr so offen sagen wie früher? Oliver Kalkofe hält das für Quatsch - hat aber eine Erklärung dafür, woher das Gefühl bei einigen kommt.

Komiker Oliver Kalkofe hält nichts von der Annahme, man dürfe im Gegensatz zu früher kaum noch etwas sagen. «Das ist völliger Unsinn», sagte der 60-Jährige der deutschen Ausgabe des «Playboy». «Der Einfluss von Politik oder Kirche auf die Medien war in den 70er- und 80er-Jahren wesentlich stärker – und das ganz offen.» Bestimmte Dinge hätten tatsächlich nicht gesagt werden dürfen. «Heute hat man eher Angst vor einem sogenannten Shitstorm oder vor Kritik aus einer bestimmten Richtung. Bei vielen Institutionen und auch in manchen Medien führt das dann aus Angst und vorauseilendem Gehorsam dazu, sich selbst zu beschränken.» 

Auch mit Blick auf andere Themen werde die Vergangenheit verklärt. «Gerade beim Thema Gleichberechtigung war früher vieles deutlich schlimmer: der Umgang mit Ausländern, mit Homosexuellen, mit Frauen. Und das ist alles noch gar nicht so lange her», sagte Kalkofe. Im Rückblick werde das jedoch gern ausgeblendet. Manche glaubten, man müsse die Uhr nur zurückdrehen, dann werde alles wieder gut – während der Rest der Welt sich vorwärts bewege. «Das geht meist nicht gut aus, wie wir leider gerade überall erleben können.»

Quelle: dpa

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