Migration

UN alarmiert über 18 Tote im Gewahrsam der US-Behörde ICE

26. Juni 2026 , 13:18 Uhr

Die Einwanderungsbehörde ICE steht in den USA oft in der Kritik. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, ist angesichts der Zahl von Todesfällen besorgt - und verlangt Konsequenzen.

Die Vereinten Nationen zeigen sich angesichts der Zahl der Todesfälle im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde alarmiert. Er fordere «unverzügliche, unabhängige, unparteiische und wirksame Untersuchungen zu allen Todesfällen in ICE-Gewahrsam», sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk. Verantwortliche müssten zur Rechenschaft gezogen werden. 

In den ersten fünf Monaten des Jahres seien 18 Menschen im Gewahrsam der Behörde gestorben, bezog sich Türk auf offizielle Zahlen der US-Behörde. Im Vorjahr seien es insgesamt 33 gewesen, 2024 seien 11 Menschen gestorben. Türk kritisierte den Mangel an Transparenz zu den jeweiligen Umständen. 

Haftkapazitäten für 90.000 Menschen geplant

Diese Todesfälle ereigneten sich vor dem Hintergrund einer massiven Ausweitung des US-amerikanischen Systems der Einwanderungshaft, hieß es. Aktuellen offiziellen Daten zufolge halte ICE derzeit über 60.000 Personen fest, verglichen mit rund 40.000 Anfang 2025. Es gebe Pläne, die Haftkapazitäten bis Ende 2026 auf bis zu 90.000 Plätze zu erhöhen, so das UN-Menschenrechtsbüro OHCHR.

Türk: Todesfälle möglicherweise vermeidbar

Der UN-Hochkommissar äußerte sich zudem besorgt über Berichte über den Einsatz von Einzelhaft, deren Anwendung bei längerer Dauer einer grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung gleichkommen könne. «All diese Faktoren verschärfen die Schutzbedürftigkeit und geben Anlass zu ernsthaften Bedenken, ob einige dieser Todesfälle in ICE-Gewahrsam hätten verhindert werden können», sagte Türk. 

Die umstrittene Migrationsbehörde ICE steht seit Monaten im Fokus. US-Präsident Donald Trump verfolgt in seiner zweiten Amtszeit eine rigorose Abschiebepolitik. Dazu gehören auch Razzien von teils maskierten ICE-Beamten gegen Migranten in vorwiegend demokratisch regierten Städten.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

25.06.2026 Berüchtigtes Abschiebezentrum in Sümpfen Floridas schließt Alligatoren in den Sümpfen Floridas sollten Migranten abschrecken, aus einem Abschiebezentrum zu flüchten: Ein Symbol von Trumps aggressiver Migrationspolitik ist Geschichte. Stecken Kosten dahinter? 22.06.2026 Bundesrichter stoppt Ermittlungen gegen Trump-Gegner Ein Richter wirft der Trump-Regierung vor, Politiker in Minnesota mit Ermittlungen unter Druck gesetzt zu haben. Die Vorladungen hätten der Einschüchterung gedient und seinen verfassungswidrig. 05.06.2026 US-Gericht: Stopp von Einwanderungsanträgen rechtswidrig Nach Schüssen auf zwei Nationalgardisten verschärft US-Präsident Trump seine Einwanderungspolitik. Die Bearbeitung von Anträgen auf Green Cards und Asyl wird ausgesetzt. Doch war das alles rechtens? 30.05.2026 Ärger über US-Abschiebepolitik entlädt sich in New Jersey An einem US-Abschiebezentrum brodelt Protest – Aktivisten berichten von Hungerstreik, Behörden dementieren. Was hier passiert, wirft ein Schlaglicht auf einen Konflikt, der Trump Macht kosten könnte.