Wald und Natur

Jährliches Borkenkäfer-Monitoring gestartet

15. April 2026 , 04:30 Uhr

Der Borkenkäfer soll sich in Bayerns Fichten gar nicht erst großflächig ausbreiten. Mit speziellen Fallen zählen Fachleute den Schädling, um frühzeitig eingreifen zu können.

Borkenkäfer können in Wäldern verheerende Schäden anrichten. Mit regelmäßigen Zählungen überwacht die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) die Schwärmaktivität des Schädlings. Im April hat die jährliche Monitoring-Saison begonnen. Bayernweit seien rund 550 Lockstoff-Fallen aufgestellt worden, sagt Projektleiter Tobias Frühbrodt. Ist darin eine gewisse Anzahl an Borkenkäfern erreicht, machen sich Fachleute auf die Suche nach befallenen Bäumen, um diese schnellstmöglich zu entfernen.

Bayernweit sei ein positiver Trend feststellbar, so Frühbrodt. Die Borkenkäfer-Schäden seien zuletzt deutlich rückläufig. Habe es im sogenannten Katastrophenjahr 2023 rund 6,3 Millionen Festmeter Schadholz gegeben, seien es 2024 etwa 4,2 Millionen und 2025 um die 1,9 Millionen Festmeter gewesen. Allerdings gebe es regional auch negative Entwicklungen.

Insgesamt sei eine Verlagerung des Schädlings aus dem Norden und Osten des Freistaates in den Süden erkennbar. In Bayern sind insbesondere die beiden Borkenkäfer-Arten Buchdrucker und Kupferstecher verbreitet.

Hohe Fichtenbestände sind «tickende Zeitbombe»

Wichtig sei langfristig der weitere Waldumbau hin zu Mischwäldern. Die regional nach wie vor sehr hohen Fichtenbestände seien eine «tickende Zeitbombe», sagt Frühbrodt. Allerdings dürfe nicht übersehen werden, dass andere Baumarten auch Schädlinge hätten.

Der Nationalpark Bayerischer Wald beteiligt sich seit vielen Jahren am Monitoring. Nach 2023 sei dieses intensiviert worden, sagt Sachgebietsleiter Jochen Linner. Um ein Überspringen des Borkenkäfers aus der naturbelassenen Schutzzone im Kern des Nationalparks auf angrenzende Privat- und Staatswälder zu verhindern, wird im Randbereich, der Managementzone des Nationalparks, der Borkenkäfer bekämpft. Dort seien etwa 30 Fallen aufgestellt worden. «Unsere Suchmannschaft steht bereit.»

Die bayernweit rückläufigen Zahlen spiegeln sich auch im Nationalpark: 2023 waren es dort 144.000 Festmeter Schadholz, 2024 40.000 Festmeter und 2025 etwa noch 8.000 Festmeter. Das entspreche dem tiefsten Stand bei der Borkenkäferaktivität seit 25 Jahren, teilt der Nationalpark mit.

Quelle: dpa

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