Für Schüler

Israels Botschafter für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten

05. April 2026 , 00:05 Uhr

Ron Prosor ist sich sicher, dass persönliche Erfahrungen Vorurteile abbauen können. Doch im Kampf gegen Judenhass brauche es auch konsequente Gesetzgebung, meint der Diplomat.

Der israelische Botschafter Ron Prosor plädiert dafür, Besuche in KZ-Gedenkstätten für Schüler verpflichtend zu machen. «Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund», sagte Prosor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch Begegnungen und Gespräche mit Juden und Israelis sollten in Deutschland häufiger stattfinden, sagte der Botschafter. «Wenn ich in arabischen Ländern zu Besuch war und mit meinen Gastgebern über unsere Geschichte sprach, begegneten mir anfangs häufig Vorurteile gegenüber Juden und Israelis. Nach solchen Gesprächen war das Verständnis jedes Mal spürbar größer.»

Prosor sagte, er könne sich nicht erklären, warum Antisemitismus in Deutschland nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 so stark zugenommen habe. «Der einzige Weg, Antisemitismus wirklich zu bekämpfen, führt über konsequente Gesetzgebung», sagte der Diplomat. «Wir müssen die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus rechtlich verbindlich verankern.»

Gemeint ist die Definition der International Holocaust Remembrance Alliance. Kritiker monieren, dass die Definition weit gefasst sei und teils auch Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung als antisemitisch bezeichnet werde.

Prosor sagte: «Diese Definition stellt klar: Wenn Israel gezielt herausgegriffen, dämonisiert oder ihm das Existenzrecht abgesprochen wird, ist das keine legitime Kritik – es ist eine moderne Form von Antisemitismus.» Erst mit einer verbindlichen Grundlage könnten Behörden und Justiz dagegen vorgehen.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

25.03.2026 Iran-Krieg «völkerrechtswidrig»: Steinmeier eckt an Der Bundespräsident löst mit seinen Äußerungen zur Völkerrechtswidrigkeit des Iran-Kriegs eine kleine politische Welle aus. Doch überraschend kommen sie nicht wirklich. 24.03.2026 Angriffe im Iran-Krieg dauern trotz Hoffnung auf Abkommen an Trotz Gesprächen zwischen den USA und Iran bleibt die Lage angespannt. Israel meldet neue Angriffe, während in Teheran Explosionen zu hören sind. 07.03.2026 Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab US-Präsident Trump droht dem Iran mit der «vollständigen Zerstörung». Das Auswärtige Amt zieht aus der Bedrohungslage Konsequenzen. 02.04.2026 Außenpolitischer Berater von Merz trifft Rubio Trump ist verärgert über die Nato-Partner, auch Deutschland hat er kritisiert. Er verlangt mehr Unterstützung für den Iran-Krieg. Nun ist ein Vertrauter des Kanzlers nach Washington gereist.