Nahost

1.000 Tage nach Hamas-Überfall: Israel gedenkt Terroropfern

03. Juli 2026 , 00:45 Uhr

Tausende gedenken in Israel der Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 – doch im Zentrum steht nicht nur Trauer, sondern auch heftige Kritik an Ministerpräsident Netanjahu und seiner Regierung.

Mit landesweiten Protesten haben zahlreiche Israelis 1.000 Tage nach dem 7. Oktober 2023 an das damalige Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas erinnert. Die erste Gedenkzeremonie begann am frühen Morgen an einer Kreuzung in Galiläa im Norden des Landes. Im Laufe des Tages waren zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant. 

Während einer Kundgebung auf dem sogenannten Geiselplatz im Zentrum Tel Avivs sagte der Deutsch-Israeli Rom Braslavski laut Tageszeitung «The Times of Israel»: «Ich wurde zwei ganze Jahre lang in Gaza festgehalten. Wir gedenken nun 1.000 Tagen, aber für mich war es eine Ewigkeit.» Er fügte hinzu: «Ich habe in diesen 1.000 Tagen 1.000 Leben durchlebt.» Der Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen sei zwar vorbei, aber sein «persönlicher Krieg» gegen eine posttraumatische Belastungsstörung gehe jeden einzelnen Tag weiter. 

Der Angriff der Palästinenserorganisation Hamas und anderer extremistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden, löste den verheerenden Gaza-Krieg aus. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seitdem mehr als 73.000 Palästinenser getötet. Israels Regierung und Militär weisen Vorwürfe zurück, sich Kriegsverbrechen und des Völkermordes schuldig gemacht zu haben.

Harte Kritik der Opposition

Die Opposition wirft dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seiner Regierung vor, ihre Verantwortung für das Versagen vor dem 7. Oktober und am Tag des Massakers vertuschen zu wollen. 

Der Oppositionspolitiker Avigdor Lieberman besuchte den Kibbuz Kfar Aza, der damals zu einem der Hauptschauplätze des Terrors wurde. Dort bezeichnete er das Massaker nach Angaben des Senders Kan als «die schlimmste Katastrophe in der Geschichte des jüdischen Volkes seit dem Holocaust». Die Warnzeichen seien erkennbar gewesen, dennoch versuche die Regierung seither, sich der Verantwortung zu entziehen. Auch 1.000 Tage später seien im regionalen Krieg noch immer «alle Fronten offen». Die rechtsreligiöse Regierung habe Israel «Chaos und Anarchie» hinterlassen, sagte Lieberman, der früher das israelische Außenministerium sowie das Verteidigungsministerium geleitet hatte.

Quelle: dpa

 

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