Israel und die USA haben vor einem halben Jahr – am 28. Februar – mit massiven Luftangriffen ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Der Konflikt mit Tausenden Toten weitete sich auf die gesamte Region aus und hat Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, nachdem der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen ist. Ein Rückblick:
Die USA und Israel beginnen koordinierte Luftangriffe auf Nuklearanlagen, Raketenstellungen und Kommandozentren in Teheran und weiten Teilen Irans. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei wird gezielt getötet.
Der Iran reagiert mit Angriffen auf Israel und auf Golfstaaten mit US-Militärstützpunkten. Zudem schränkt er den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.
Im Süden Irans kommen bei einem Raketenangriff mehr als 200 Menschen ums Leben, darunter 168 Schülerinnen. Unabhängige Recherchen kommen zu dem Schluss, dass die USA für den Angriff auf eine Mädchenschule verantwortlich sind.
Die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon beschießt den Norden Israels mit Raketen. Israels Armee bombardiert daraufhin Ziele im Libanon.
Chameneis Sohn Modschtaba wird zum neuen Staatsoberhaupt im Iran ernannt. Öffentlich zeigt er sich danach nie.
Der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, wird bei einem Luftangriff in Teheran getötet. Er galt als zentrale Führungsfigur im iranischen Machtapparat.
Die militant-islamistische Huthi-Miliz im Jemen tritt auf der Seite des Iran in den Krieg ein. Die Rebellen reklamieren Angriffe auf Israel für sich.
Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-15E wird über dem Iran abgeschossen. Die beiden Besatzungsmitglieder werden von Spezialkräften gerettet.
Der Iran und die USA einigen sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus. Zuvor hatte Trump dem Iran gedroht: «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren.»
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnen zweitägige Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein dauerhaftes Ende des Krieges. Eine Einigung wird nicht erzielt.
Die USA starten eine Blockade der Straße von Hormus. An der Durchfahrt durch die Meerenge sollen Schiffe gehindert werden, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel haben.
Nur etwa einen Tag lang erlaubt der Iran Handelsschiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus.
Kurz vor Ende der Waffenruhe gibt Trump dem Iran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung und verlängert überraschend und einseitig die Feuerpause auf unbestimmte Zeit.
Trump erklärt die am 28. Februar begonnenen Kampfhandlungen im Iran (Operation «Epic Fury») für beendet. Kurz darauf wären die 60 Tage verstrichen gewesen, in denen der US-Präsident eine Militäroffensive auch ohne Zustimmung des US-Kongresses befehligen darf.
Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Straße von Hormus greift das US-Militär Ziele in der Islamischen Republik an. Im Mai gibt es über Wochen neben gegenseitigen Angriffen und Drohungen auch Gespräche über ein mögliches Kriegsende – ohne konkretes Ergebnis.
Irans Revolutionsgarden feuern ballistische Raketen und Drohnen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain, das US-Militär wiederum greift eine iranische Militäreinrichtung in der Straße von Hormus an.
Erstmals nach zwei Monaten feuert der Iran wieder Raketen auf Israel. Israel fängt nach eigenen Angaben die Geschosse ab, Trümmer landen am Boden.
Trotz Trumps Aufforderung, auf Gegenschläge zu verzichten, reagiert Israel mit Angriffen auf Ziele im Iran. Auch iranische Raketen fliegen erneut in Richtung Israel. Die Huthi-Miliz im Jemen reklamiert Angriffe auf Israel für sich.
Der Iran sperrt die Straße von Hormus nach eigenen Angaben komplett: Jedes Schiff, das die Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen. Die USA dementieren die Sperre.
Die USA und der Iran einigen sich auf ein Rahmenabkommen, mit dem die Waffenruhe verlängert wird und mit weiteren Verhandlungen der Weg geebnet werden soll. Die Straße von Hormus soll damit wieder geöffnet werden.
Trump unterzeichnet das Rahmenabkommen auf Schloss Versailles, auf dem er von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zum Abschluss des G7-Gipfels empfangen worden war.
Nach Angaben aus der US-Regierung einigen sich auch Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf eine neue Waffenruhe. Schon am Folgetag gibt es aber neue Kämpfe zwischen den Parteien.
Unter Hinweis auf die Kämpfe im Libanon kündigt Iran eine erneute Schließung der Straße von Hormus an. Es folgen Wochen der Unsicherheit, in denen beide Seiten widersprüchliche Angaben zum Status des Schifffahrtswegs machen.
Der US-Senat verabschiedet eine Resolution, die Trump anweist, den Krieg gegen den Iran zu beenden oder die Genehmigung des Kongresses für weitere militärische Maßnahmen einzuholen. Der Beschluss gilt als symbolisches Zeichen.
Erstmals seit Unterzeichnung des Rahmenabkommens meldet das US-Militär wieder Angriffe gegen den Iran. Spannungen und Angriffe in der Golfregion nehmen zu, die Gespräche zwischen Washington und Teheran ruhen.
Millionen Menschen nehmen im Iran an den Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Ajatollah Ali Chamenei teil. Nach Zeremonien in verschiedenen Städten wird er am 9. Juli in seiner Heimatstadt Maschhad beerdigt.
Beim Nato-Gipfel in Ankara geht Trump Verbündete scharf an: Wegen fehlender Unterstützung im Iran-Krieg will er die Handelsbeziehungen mit Spanien beenden. Auch Deutschland zählt er zu den Ländern, die die USA im Stich gelassen hätten.
Trump erklärt die Waffenruhe im Iran-Krieg für beendet. Die USA hätten unmissverständlich klargemacht, dass die Waffenruhe «VORBEI» sei, schreibt er in sozialen Medien. Zugleich lässt er die Tür für Gespräche offen.
Im US-Senat beziffert Verteidigungsminister Pete Hegseth die bisherigen Kosten für den Iran-Krieg auf 37,5 Milliarden Dollar (rund 32 Mrd. Euro).
Die US-Angriffe auf den Iran werden Trump zufolge vorerst ausgesetzt, um laufenden Verhandlungen über die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm eine weitere Chance zu geben. Zwei Tage später werden neue Angriffe des US-Militärs im Iran gemeldet.
Trump will den Iran mit einem «Wirtschaftskrieg» zum Einlenken bringen. Er spricht von einer Isolation des Iran in nie dagewesenem Ausmaß, an der sich auch Verbündete der USA beteiligen sollen.
Irans Präsident Massud Peseschkian spricht sich für ein möglichst schnelles Ende des Krieges aus. Er lehnt eine Kapitulation seines Landes kategorisch ab: «Wir werden uns unter keinen Umständen der Einschüchterung beugen».
Quelle: dpa