Nach Trump-Auftritt

IG Metall fordert von Audi Perspektiven für Neckarsulm

27. Oktober 2026 , 09:10 Uhr

In den USA kündigt der Audi-Chef eine große Investition an, während daheim die Zukunft des Werks in Neckarsulm fraglich ist. Die Chefin der IG Metall hält das für ein Unding - und stellt Forderungen.

Nach dem umstrittenen Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump fordert die IG Metall Zusagen für das von der Schließung bedrohte Werk des Autobauers in Neckarsulm. «Dort (in den USA) werden Investitionen verkündet, während hier Beschäftigte um Arbeitsplätze bangen», kritisierte IG-Metall-Chefin Christiane Benner im ZDF-«Morgenmagazin». Sie kündigte an, jetzt massiv darauf zu drängen, «dass wir Perspektiven vom Vorstand bekommen für die Standorte und auch für den Standort Neckarsulm». 

Der deutsche Autobauer hatte am Wochenende auf einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Trump den Bau eines neuen SUV-Werks in den USA bekanntgemacht. Rund 4.500 Arbeitsplätze sollen im Bundesstaat Georgia entstehen. 

«Massiv verärgert und auch verunsichert»

Döllner argumentierte später angesichts massiver Kritik in einem Brief an die Mitarbeiter, ein stärkeres US-Geschäft sei «keine Entscheidung gegen Deutschland, sondern ein wichtiger Beitrag zur globalen Wettbewerbsfähigkeit von Audi». Benner sagte dazu: «Na, wenn das so ist, dass das keine Entscheidung gegen Deutschland ist, dann kann das jetzt ja in Zusagen umgemünzt werden für die Beschäftigten.» 

Die Gewerkschaftsvorsitzende bekräftigte ihre Kritik an dem Auftritt Döllners an der Seite Trumps und sagte, dieser habe die Beschäftigten «massiv verärgert und auch verunsichert». «Das ist ein Präsident, der hat ja mit seiner Zollpolitik auch mit dazu beigetragen, dass die Situation in der deutschen Automobilindustrie und unter anderem auch in den deutschen Werken so ist, wie sie ist.»

Der Mutterkonzern VW hatte Anfang September 2026 einen Sparplan beschlossen, der dem baden-württembergischen Standort Neckarsulm noch ein Jahr Zeit gibt, ein tragfähiges Konzept vorzulegen, um die Kosten zu senken. Sonst droht dem Werk die Stilllegung. Sollte Audi das Werk dichtmachen, rechnen Wirtschaftsexperten mit dem Verlust von etwa 50.000 Arbeitsplätzen in der Region.

Quelle: dpa

 

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