Autozulieferer

IG Metall beginnt Urabstimmung für Streik bei Mahle

20. Mai 2026 , 16:24 Uhr

Der Autozulieferer Mahle will ein Werk in Neustadt an der Donau schließen. Die Gewerkschaft droht deswegen mit unbefristetem Streik.

Die Gewerkschaft IG Metall will im Streit mit dem Autozulieferer Mahle um die angekündigte Werksschließung in Niederbayern über einen unbefristeten Streik abstimmen. Die Gewerkschaft fordert einen Zukunftstarifvertrag oder einen Sozialtarifvertrag. Die angekündigte Schließung des Standorts in Neustadt an der Donau im ersten Halbjahr 2027 will die IG Metall nicht hinnehmen. Dort arbeiten laut Gewerkschaft mehr als 400 Beschäftigte. 

«Wir akzeptieren den Schließungsbeschluss nicht. Die Beschäftigten werden für ihre Zukunft und ihre Arbeitsplätze kämpfen», kündigte Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, an. «Wenn es sein muss, legen sie den Betrieb dauerhaft lahm.» In dem seit 1987 bestehenden Werk werden Firmenangaben zufolge hauptsächlich Klimaanlagen für Premium-Pkw produziert. 

Verhandelt Mahle mit Betriebsrat oder IG Metall?

Sozialtarifverträge dienen dazu, bei Massenentlassungen oder Standortschließungen soziale Härten für die Belegschaft abzufedern. Anders als bei einem Sozialplan verhandelt das Unternehmen dann aber nicht mit dem Betriebsrat, sondern direkt mit der Gewerkschaft. Ein Zukunftstarifvertrag hingegen verpflichtet ein Unternehmen, gemeinsam mit der Gewerkschaft Perspektiven für die Zukunft des Betriebs auszuhandeln, etwa anstelle einer Schließung. 

Das Stuttgarter Unternehmen verteidigt die angekündigte Werksschließung mit auslaufenden Kundenaufträgen, der schlechten Autokonjunktur und gestiegenem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa. «Das macht einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich», hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die IG Metall hingegen wirft dem Unternehmen vor, einen profitablen Standort schließen zu wollen.

Quelle: dpa

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