Aus Elternzeit ins Spitzenamt

IG Metall Bayern bekommt zum Jahreswechsel jugendlichen Chef

15. September 2026 , 15:48 Uhr

Der IG Metall in Bayern steht ein Generationswechsel bevor: Zum Jahreswechsel rückt zum ersten Mal seit 2010 kein lang gedienter Funktionär an die Spitze des Landesbezirks.

Die IG Metall in Bayern bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Landeschef: Amtsinhaber Horst Ott gibt sein Amt als Bezirksleiter zum 31. Dezember 2026 ab, wie die Gewerkschaft miteilte. Nachfolger wird der 36 Jahre alte Rico Irmischer, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Regensburg. Der Generationenwechsel an der Spitze der IG Metall Bayern ist damit erreicht, wie es in der Mitteilung hieß. 

Ott steht der IG Metall im Freistaat seit 1. April 2023 vor und wird damit sein Amt nach etwas weniger als vier Jahren abgeben. «Meine persönliche Lebensplanung sieht seit langem vor, mit 60 Jahren hauptamtlich in den Ruhestand zu gehen», sagte der Maschinenschlosser. Nachfolger Irmischer ist derzeit noch in Elternzeit.

Tarifrunde vor der Tür

Die letzten Monate des scheidenden Bezirkschefs Ott in der Münchner IG Metall-Zentrale werden kein vorgezogener Ruhestand sein: In der Metallindustrie stehen voraussichtlich schwierige Tarifverhandlungen an. Vielen Unternehmen geht es schlecht, einzelne Teilbereiche jedoch florieren: Autoindustrie und Maschinenbau sind seit Jahren in der Krise, während Rüstungs- und Luftfahrtindustrie zulegen. 

Sofern nicht in den nächsten Monaten ein unvorhergesehenes Ereignis den Fahrplan durcheinander bringt, wird Irmischer der jüngste Landesbezirksleiter der IG Metall seit 1988 sein. Der damals im Alter von 38 Jahren gekürte Werner Neugebauer blieb 22 Jahre lang bis 2010 auf dem Chefsessel.

Quelle: dpa

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