Umstrittene Razzien

ICE-Beamter wegen Schüssen in Minnesota angeklagt

18. Mai 2026 , 21:41 Uhr

Nach den Schüssen bei Abschieberazzien in Minnesota ringen die US-Regierung und der Bundesstaat um die Aufklärung der Ereignisse. Jetzt können Staatsanwälte in Minnesota einen Erfolg vermelden.

Ein Beamter der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE muss sich in Minnesota wegen abgegebener Schüsse während eines Einsatzes verantworten. Konkret werden dem Mann Körperverletzung und falsche Angaben gegenüber den Ermittlungsbehörden vorgeworfen, wie die Staatsanwältin von Hennepin County, Mary Moriarty, auf einer Pressekonferenz mitteilte. Demnach feuerte der Beschuldigte seine Waffe auf eine geschlossene Haustür, hinter der sich vier Menschen befanden. Ein Mann sei am Oberschenkel getroffen worden.

Wie Moriarty weiter mitteilte, schoss der ICE-Beamte bei einem Einsatz Mitte Januar auf die Haustür, «obwohl er wusste, dass sich dort Menschen befanden, die gerade ins Haus gerannt waren und weder für ihn noch für andere eine Gefahr darstellten.» Die Kugel sei schließlich in der Wand eines Kinderzimmers stecken geblieben. Der verletzte Mann habe sich rechtmäßig in der Gemeinde aufgehalten.

Staatsanwältin: Trump wird Beamten nicht begnadigen können

Die gewaltsamen Abschieberazzien vor allem in Minnesota hatten zu Beginn des Jahres landesweit für Aufsehen gesorgt. Zwei US-Bürger wurden durch Schüsse von Bundesbeamten getötet. Seither schwelt zwischen Bundesbehörde und Bundesstaaten ein Streit um die Aufklärung der Ereignisse.

Moriarty sagte dazu, das Verfahren bleibe in der Hand der Staatsanwälte in Minnesota. Im Falle einer Verurteilung könne der Beamte nicht vom Präsidenten begnadigt werden.

Quelle: dpa

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