Fußball

Hoeneß über WM-Ticketpreise: «Lehne ich total ab»

09. Mai 2026 , 05:41 Uhr

Nicht nur Fans ärgern sich über teure Eintrittskarten für die Fußball-WM in diesem Sommer. Auch Uli Hoeneß äußert großen Unmut deswegen. Er sorgt sich über Verhältnisse wie beim Super Bowl in der NFL.

Auch Uli Hoeneß hat die Eintrittspreis-Politik des Fußball-Weltverbands bei der anstehenden WM im Sommer kritisiert. «Was bei der FIFA gerade passiert mit den Preisen für die Weltmeisterschaft in den USA, das lehne ich total ab. Das hat nichts mehr mit dem Fußballgeschäft zu tun, wie ich es mir wünsche», sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München in einem Interview der «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung».

Eines ist Hoeneß in diesem Zusammenhang besonders wichtig: «Das WM-Endspiel darf nicht wie der Super Bowl werden.» Er habe kürzlich jemanden getroffen, der in der Loge eines Milliardärs das NFL-Endspiel im American Football verfolgte, erzählte Hoeneß: «Die Loge hat für den einen Tag 1,5 Millionen Dollar gekostet. Für 20 Leute. Also 75.000 Dollar pro Person. Teilweise haben die das Spiel gar nicht angeschaut. Und das Wichtigste war natürlich die Halbzeitshow.»

Hoeneß: Fußball gehört auch Fans mit geringem Einkommen

Auf einer Wiederverkaufsseite des Weltverbandes waren jüngst vier Tickets für das WM-Finale für je fast 2,3 Millionen Dollar angeboten worden. Die Preise für noch verfügbare Tickets für das erste Spiel der USA am 12. Juni in Los Angeles gegen Paraguay rangieren zwischen 1.120 (950 Euro) und 2.735 US-Dollar (2.325 Euro). Der Weltverband steht seit längerem in der Kritik wegen der Ticketpreise. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die Preispolitik jüngst als marktgerecht verteidigt. 

Hoeneß betonte, dass es beim FC Bayern neben teuren VIP-Tickets auch noch Jahreskarten für 175 Euro gebe. «Darauf bin ich sehr stolz. Ich möchte nicht, dass Fans, die kein so großes Einkommen haben, sich das nicht mehr leisten können», sagte der einstige Erfolgsmanager des deutschen Rekordmeisters: «Auch ihnen oder gerade ihnen gehört der Fußball. Es darf nicht sein, dass sie sich einen Fußballbesuch nur leisten können, wenn sie dafür beim Essen oder beim Urlaub sparen. Ein Fußballspiel muss immer möglich sein.»

Quelle: dpa

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