Die meisten Deutschen wünschen sich einen Ausbau der Bildung für Kinder vor dem eigentlichen Schulbeginn. Dem neuen Bildungsbarometer des Münchner ifo-Instituts zufolge spricht sich eine deutliche Mehrheit für mehr verpflichtende Maßnahmen aus – darunter 72 Prozent für ein verpflichtendes Vorschuljahr und sogar 89 Prozent für verpflichtende Sprachtestes im Alter von viereinhalb Jahren.
«Frühkindliche Bildung legt wichtige Grundlagen für die kognitive, sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern», sagte der Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. «Deshalb ist es wichtig, dass alle Kinder eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung erfahren.»
Entgegen des vorherrschenden Bildes sind die Eltern mit den Kitas ihrer Kinder mehrheitlich zufrieden. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Eltern gaben der Kita ihres Kindes die Note 1 oder 2. Interessanterweise falle die Bewertung der jeweils eigenen Kita viel besser aus als die Bewertung aller Kitas bundesweit.
Ein Viertel der Eltern gab an, bei der Suche nach einer Kita größere Schwierigkeiten gehabt zu haben, eine Mehrheit von 56 Prozent hatte dagegen kaum Probleme. Der Mangel an Kita-Plätzen sowie ein schlechter Betreuungsschlüssel werden von den Befragten dennoch als dringendste Probleme angesehen.
Um mehr Kita-Fachkräfte zu gewinnen, befürworten die Befragten mehrheitlich unter anderem eine höhere Bezahlung des Kita-Personals. «Etwa drei Viertel der Befragten sind zudem für steigende Ausgaben für Kitas», sagte ifo-Forscherin Vera Freundl. Was den Einsatz digitaler Meiden bereits im Kindergartenalter angeht, sind Gesamtbevölkerung und Eltern gespalten.
Für das ifo-Bildungsbarometer 2026 wurden im Mai und Juni 3.033 Personen (18-69 Jahre) sowie 965 Eltern mit Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren in Deutschland repräsentativ befragt.
Quelle: dpa