Ukraine-Krieg

Ukraine: Angriff auf Raketenfabrik im russischen Wolgograd

27. Juni 2026 , 10:13 Uhr

In ihrem Abwehrkrieg schießt die Ukraine auf Rüstungsfirmen in Russland. Nach einer solchen Attacke spricht Wolgograds Gouverneur von Schäden an «Produktionsanlagen», Kiew von einer Raketenfabrik.

Die Ukraine hat in der Nacht und am frühen Morgen eigenen Angaben nach eine Rüstungsfabrik in der russischen Millionenstadt Wolgograd angegriffen. Marschflugkörper des Typs Flamingo hätten die Anlagen des Betriebs Titan-Barrikady getroffen und in Brand gesetzt, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. In der Fabrik würden Artilleriesysteme und auch Elemente für die Abschussrampen von Raketen produziert, schrieb er. 

Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte Schäden an den «Produktionsanlagen eines Unternehmens», machte aber keine genaueren Angaben dazu, was dort produziert wird. Seinen Angaben nach wurden mindestens zehn Menschen verletzt. Er schrieb von angreifenden «Flugobjekten mit Hochgeschwindigkeit» – damit dürften Marschflugkörper gemeint sein. Mehrere lokale Brände seien gelöscht worden, schrieb Botscharow weiter. Wohngebäude waren demnach nicht betroffen. 

Fabrik soll an Produktion von Oreschnik beteiligt gewesen sein

Titan-Barrikady stellt Medienberichten nach Komponenten für die Raketenkomplexe Iskander, Jars und Topol-M her, die prinzipiell auch Atomwaffen tragen können. Zudem soll die Fabrik auch an der Produktion der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik beteiligt sein.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten hat sie sich dabei verstärkt auf Attacken gegen strategisch wichtige Objekte im russischen Hinterland verlegt – zumeist mit Drohnen, mehrfach inzwischen aber auch mit den selbst entwickelten Marschflugkörpern Flamingo. Ins Visier geraten sind neben Militäreinrichtungen und Rüstungsbetrieben auch Anlagen der Ölindustrie. Damit will die Ukraine den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung erschweren.

Quelle: dpa

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