Einzelhandel

Galeria-Insolvenz trifft Würzburg überraschend

02. Oktober 2026 , 15:58 Uhr

Nach Gesprächen mit der Galeria-Leitung kommt die Insolvenz für Würzburg unerwartet. Nun rückt das kommende Weihnachtsgeschäft in den Fokus der Stadtpolitik.

Das neuerliche Insolvenzverfahren für die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat die Stadt Würzburg kalt erwischt. «In den vergangenen Wochen gab es mehrere Gespräche mit der Unternehmensleitung, in denen wir sehr offen über die einzelnen Standorte, sogenannte Potenzialstandorte, die näher betrachtet werden müssen, gesprochen haben», sagte Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne). 

«Im jüngsten Gespräch im September, zu dem das bayerische Wirtschaftsministerium eingeladen hatte, war ebenfalls ein Vertreter der Unternehmensleitung anwesend. Daher überrascht es mich sehr, heute die Insolvenz des gesamten Unternehmens aus den Medien erfahren zu haben.» Dies sei im gemeinsamen Austausch nie Thema gewesen.

Zuvor war bekanntgeworden, dass Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hat. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen bundesweit soll vorerst weiterlaufen. Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren.

Fünf Standorte in Bayern bisher auf dem Prüfstand

In Bayern standen bisher bereits fünf Standorte der Warenhauskette auf dem Prüfstand, neben Würzburg waren das Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen und München (Rotkreuzplatz). Die Oberbürgermeister der betroffenen Städte hatten sich jüngst an die Staatsregierung gewandt mit der Bitte, die müsse die Interessen der betroffenen Standorte gegenüber dem Unternehmen «deutlich vertreten».

«Für Würzburg bzw. für mich als Oberbürgermeister heißt dies nun, dass wir nicht nur den Standort Würzburg betrachten müssen, sondern in der Folge der Gesamtinsolvenz nun vor einer größeren Herausforderung stehen», sagte Heilig. «Wichtig wird jetzt sein, wie Galeria sich weiter aufstellt. Das Weihnachtsgeschäft 2026 wird hierbei eine entscheidende Rolle spielen.»

Bayernweit ist Galeria nach eigenen Angaben derzeit vertreten in: Bamberg, Bayreuth, Erlangen, Landshut, Memmingen, München (Marienplatz, Olympia-Einkaufzentrum, Rotkreuzplatz, Schwabing), Nürnberg, Regensburg, Rosenheim, Würzburg und Aschaffenburg.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

28.09.2026 Edeka darf 178 Tegut-Supermärkte übernehmen Die Marke Tegut verschwindet. Den Großteil der Supermärkte wird künftig Edeka weiterbetreiben – allerdings nicht so viele wie ursprünglich geplant. Grund sind Bedenken des Kartellamts. 25.09.2026 Norma: Verunreinigte Ware «korrekt entsorgt» Nach Ratten und Schmutz im Zentrallager des Discounters Norma in Regenstauf: Das Unternehmen bezieht Stellung. 24.09.2026 Ratten in Norma-Zentrallager - Behörden greifen ein Ein Hinweis rief die Lebensmittelüberwachung auf den Plan: Im Zentrallager des Discounters Norma in Regenstauf wurden Ratten entdeckt. Was sich seitdem getan hat und was das Unternehmen dazu sagt. 01.10.2026 Trockenheit: Dorf im Spessart muss Wasser sparen Mainfranken ist die wärmste Region Bayerns. Nach monatelanger Trockenheit ist vielerorts auch der Grundwasserspiegel sehr niedrig.