Auszeichnung

«Freundliche Atmosphäre»: Ansbach ist Bahnhof des Jahres

15. Oktober 2026 , 04:00 Uhr

Einmal im Jahr kürt eine Jury den Bahnhof des Jahres. Das sind die Gründe, wieso ihre Wahl diesmal auf den im mittelfränkischen Ansbach fiel.

Gute Anbindung und freundliche Atmosphäre: Der Bahnhof in Ansbach ist Bahnhof des Jahres 2026. Auch die Service-Angebote in dem Bahnhof in Mittelfranken hätten die Jury aus Verkehrs- und Tourismusexperten überzeugt, teilte das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene e.V. mit. Es ist bereits der achte Bahnhof in Bayern, der den Titel erhält. 

Der Bahnhof in Ansbach empfange die Reisenden nach mehrjährigem Umbau in heller und freundlicher Atmosphäre, begründete die neunköpfige Jury. Die Wartehalle sei lichtdurchflutet und punkte mit geschwungenen Holzbänken und stilvollen Deckenleuchten. Bahnsteige und Unterführung seien ebenfalls umfassend saniert worden und barrierefrei zugänglich.

Gut erreichbar mit Bus, Auto oder Fahrrad

Die Jury lobte zudem die gute Anbindung des Bahnhofs: «Der Busbahnhof befindet sich in Ansbach unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude und ist somit auf denkbar kurzem Wege erreichbar», hieß es in der Begründung. Zudem gebe es verschiedene Parkmöglichkeiten für Autos und Abstellplätze für Fahrräder – darunter auch abschließbare für hochwertige Räder.

Ferner punkte der Bahnhof mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten in den Grünflächen neben dem Gebäude, die Reisende bei gutem Wetter nutzen könnten. Dazu gebe es Schließfächer für Reisegepäck und eine öffentliche Toilette auf dem Vorplatz. 

Die Allianz pro Schiene vergibt den Titel für den Bahnhof des Jahres seit 2004. In Bayern wurden bisher Oberstdorf (2006), Landsberg am Lech (2007), Aschaffenburg (2012), Murnau (2013), Bayerisch Eisenstein (2017), Altötting (2020) und Coburg (2022) ausgezeichnet. Bei der Auswahl sind die Perspektive und die Bedürfnisse der Reisenden ausschlaggebend. In der Jury sind unter anderem der Verkehrsclub Deutschland, der Fahrgastverband Pro Bahn und der Deutsche Bahnkunden-Verband vertreten. 

Akzente in Türkis

Der Bahnhof in Ansbach gehört laut dem bayerischen Verkehrsministerium mit mehr als 10.000 Ein-, Aus- und Umsteigern an Werktagen zu den am stärksten frequentierten Stationen in Mittelfranken. Er ist demnach ein wichtiger Knoten auf den Bahnstrecken zwischen Nürnberg und Stuttgart sowie zwischen Augsburg und Würzburg. Seit 2022 ist er zudem ICE-Halt. Der barrierefreie Ausbau, den der Freistaat mit mehr als 20 Millionen Euro gefördert habe, sei Voraussetzung für die Auszeichnung gewesen, hieß es vom Ministerium.

«In Ansbach bemerkt man an vielen Stellen, dass die Macherinnen und Macher bei der Renovierung des Bahnhofs und des Umfeldes auf eine ansprechende Gestaltung über die reine Funktionalität hinaus Wert gelegt haben», hieß es in der Jury-Begründung. So fänden sich die türkisen Farbakzente an der Fensterfront an vielen Stellen im Bahnhof wieder und sorgten für einen freundlichen Eindruck. 

Verbesserungsbedarf sieht die Jury dennoch: Die Unterführung sei zwar sauber, aber schmucklos. Im Bahnhof fehle eine Echtzeitanzeige für die Abfahrten der Busse. Zudem wäre bahnhofsweites WLAN hilfreich, empfehlen die Fachleute.

Quelle: dpa

 

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