Monatelanger Missbrauch

Freundin betäubt und vergewaltigt? Prozess vor dem Ende

31. März 2026 , 03:30 Uhr

Ein Student aus China steht vor Gericht, weil er seine Freundin betäubt, missbraucht und dabei gefilmt haben soll. Im Prozess sprach er bereits über seine Taten – jetzt stehen die Plädoyers an.

Vor dem Landgericht München I neigt sich der Prozess gegen einen Mann, der seine Freundin mit Narkosemitteln betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt haben soll, dem Ende entgegen. Heute (9.30 Uhr) werden die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwartet. 

«Ich weiß, dass ich Schlimmes getan habe»

Der 27-Jährige hatte die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt. «Ich weiß, dass ich Schlimmes getan habe und dass das schlimme Folgen mit sich gebracht hat», sagte er. Er sei aber kein Frauenhasser, so der Angeklagte. «Ich liebe dieses Mädchen, aber ich habe sie tief verwundet.» Seine Taten seien «unbedacht, egoistisch, gefährlich, hässlich und ungehobelt» gewesen. «Es ist unverzeihlich.»

Laut Staatsanwaltschaft war es reiner Zufall gewesen, dass die 1997 geborene Frau bei den Taten des jungen Mannes nicht starb. Der Angeklagte aus China hatte sich nach eigenen Angaben in einer Chatgruppe mit mehr als 1.000 Mitgliedern über Betäubungsmöglichkeiten informiert. In der Sache laufen auch in Deutschland weitere Ermittlungsverfahren. 

Angeklagter nannte Frauen «tote Schweine»

Der Student ist unter anderem wegen versuchten Mordes in sieben Fällen, gefährlicher Körperverletzung, besonders schwerer Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung mit Todesfolge angeklagt – wobei sich der Versuch in dem Fall auf die Todesfolge bezieht. 

Der Fall erinnert an die Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

27.03.2026 Missbrauch nach dem Oktoberfest – Priester vor Gericht Er soll Jugendliche betrunken gemacht und sie dann missbraucht haben. Ein Priester aus dem Bistum Freiburg steht darum in München vor Gericht. 27.03.2026 «Letzte Generation»: Frau wegen Flughafen-Protest verurteilt Im Sommer 2024 klebten sich zwei Mitglieder der «Letzten Generation» auf dem Flughafen Nürnberg fest. Es folgte ein Strafprozess, in dem nun das Urteil gesprochen wurde. 27.03.2026 JVA-Mitarbeiter von Misshandlungsvorwurf freigesprochen Die Staatsanwaltschaft warf zwei JVA-Mitarbeitern vor, eine Gefangene misshandelt zu haben. War es ein Racheakt? Oder rechtmäßig? Nun ist das Urteil da. 26.03.2026 Mord auf Hochzeitsfest - Verteidigung legt Revision ein Vor den Augen zahlreicher Gäste erschießt ein junger Mann den Vater seiner Ex. Das Mordurteil will die Verteidigung nicht hinnehmen.