Prozesse

Freundin betäubt und vergewaltigt? - Mordversuch angeklagt

31. Januar 2026 , 04:45 Uhr

Der Fall Gisèle Pelicot, die in Frankreich von ihrem Mann betäubt und von ihm und anderen Männern vergewaltigt wurde, machte weltweit Schlagzeilen. In München wird nun ein ähnlicher Fall verhandelt.

Er soll seine Freundin betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Dass sie wegen der verabreichten Medikamente nicht starb, ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft reiner Zufall. 

Vor dem Landgericht München I geht es an diesem Montag um diese schockierenden Vorwürfe. Ein heute 27-Jähriger aus München ist unter anderem wegen versuchten Mordes in sieben Fällen angeklagt, wegen gefährlicher Körperverletzung, besonders schwerer Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung mit Todesfolge. 

Betäubungsmittel über Telegram bestellt

Der in China geborene Student soll sich dabei gefilmt haben, wie er seine sedierte Nachbarin und Freundin missbrauchte. Die Betäubungsmittel bestellte er den Ermittlungen zufolge unter anderem über den Messenger-Dienst Telegram. Die Taten erstreckten sich laut Staatsanwaltschaft über mehrere Monate im Jahr 2024. Weil der Mann in Kauf genommen haben soll, dass die betäubte Frau sterben konnte, lauten die Vorwürfe auch auf versuchten Mord. 

Vergewaltigungs-Chats im Internet

Außerdem soll er sich im Internet mit Männern, die ähnliche sexuelle Fantasien über derartige Verbrechen an Frauen teilten, ausgetauscht haben. Ihnen soll er auch Bilder von den Taten geschickt haben – er sendete sie laut den Ermittlern an eine gemeinsame Chat-Gruppe. Gegen mindestens einen weiteren Beschuldigten wird ermittelt, wie viele weitere Tatverdächtige es gibt, teilt die Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage nicht mit. Sie gibt auch nicht bekannt, wie die Taten entdeckt wurden. 

Der Fall erinnert an die Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war. Ihr Ex-Mann wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. 50 zumeist wegen schwerer Vergewaltigung mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

18 Verhandlungstage hat das Landgericht für die Verhandlung über den Münchner Fall angesetzt, das Urteil könnte Ende März fallen.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

22.01.2026 Tochter zum Sex angeboten – Mutter muss ins Gefängnis Eine Mutter bietet ihr Kind zum Missbrauch an – das Amtsgericht Augsburg verhängt eine mehrjährige Haftstrafe. Wie das Gericht die Tat bewertet und welche Rolle ein Chat spielt. 21.01.2026 Todesschüsse auf Hochzeit - Angeklagter schweigt vor Gericht Auf einer fröhlichen Hochzeitsfeier fallen sechs Schüsse. Ein Mann stirbt. Was sind die Gründe für die Bluttat vor den Augen der vielen Gäste? 21.01.2026 Todesschüsse auf Hochzeitsfeier - Mordprozess beginnt Ein Mann erschießt einen anderen auf einer Hochzeitsfeier. War ein Streit um Unterhaltszahlungen für seine beiden Kinder der Auslöser? 19.01.2026 Aktivist stört AKW-Sprengung - Berufungsverfahren Ende April Ein Mann klettert auf einen Mast und verzögert die Sprengung der Kühltürme des AKW Grafenrheinfeld. Gegen ein späteres Gerichtsurteil geht der 38-Jährige vor - nun kommt es zur nächsten Verhandlung.