Klausur der Freien Wähler

Freie Wähler wollen Bayern zum Satelliten-Land machen

16. September 2026 , 04:00 Uhr

Kleinstsatelliten erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Die mitregierenden Freien Wähler sehen in der Branche eine große Chance für Bayern und haben konkrete Forderungen für die Zukunft.

Bayern soll nach dem Willen der Freien Wähler der führende Standort für die kommerzielle Kleinstsatellitenwirtschaft in Europa werden. «Unser Anspruch ist es, die gesamte Wertschöpfungskette – von Forschung und Entwicklung über Produktion, Integration und Satellitendaten bis hin zu marktfähigen Anwendungen – in Bayern zu stärken», heißt es im Entwurf eines Positionspapiers, welches die Landtagsfraktion auf ihrer Klausur in Würzburg beschließen will. Ziel sei es, mittels der Spitzentechnologie langfristig Wohlstand und hoch qualifizierte Arbeitsplätze im Land zu sichern.

Erst im vergangenen Juli waren neun in Würzburg entwickelte Kleinsatelliten ins All gebracht worden. Sie sollen frühzeitig Waldschäden in Bayern erkennen oder den Katastrophenschutz etwa bei Hochwasser unterstützen.

Ruf nach Abbau von Bürokratie und Vorschriften

Um die privaten Entwickler von Kleinstsatelliten in Bayern zu unterstützen und nach Möglichkeit auch neue ins Land zu locken, fordert das Konzept der Freien Wähler etwa möglichst viele Freiheiten für die Hightech-Industrie, «um die bürokratischen Belastungen gering zu halten und unternehmerischen Freiraum zu bewahren». Überregulierung und langwierige bürokratische Prozesse seien die größten Bremsen für den wirtschaftlichen Erfolg im Weltraumzeitalter. 

Darüber hinaus muss Bayern nach Ansicht der Freien Wähler ein «Bayerisches Kleinsatellitenprogramm» zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Demonstrationsmissionen einrichten. Die Forschungsförderung für Satellitenplattformen, Nutzlasten und Satellitenkomponenten soll dadurch ausgebaut und eine zentrale Innovations- und Vernetzungsplattform erstellt werden. Für Start-ups in der Branche brauche es ferner einen besseren Zugang zu privatem Risikokapital und Hightech-Infrastruktur sowie die Einrichtung eines speziellen Beteiligungsfonds für Raumfahrt-Start-ups.

Gewonnene Daten sollen besser genutzt werden können

Die durch die Kleinstsatelliten gewonnenen Daten sollten zudem besser in der staatlichen Verwaltung und in der Wirtschaft genutzt werden können. «Die Nutzung bei Pilotprojekten in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Infrastrukturmanagement sind ebenso voranzubringen wie Anwendungsfälle beim Katastrophenschutz, der Waldbrandfrüherkennung, der Hochwasservorsorge oder dem Schutz kritischer Infrastruktur», heißt es.

Sowohl international als auch im Land brauche es auch eine bessere Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie. «Durch eine stärkere Beteiligung an europäischen Programmen, dem Ausbau strategischer Partnerschaften mit europäischen Raumfahrtregionen und eine internationale Vermarktung Bayerns als führender New Space-Standort soll eine Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden.»

Quelle: dpa

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