Schauspielerin Potente

Franka Potente: Viele Freunde in Hollywood sind arbeitslos

02. Juli 2026 , 17:50 Uhr

Schwierige Arbeitsbedingungen, hohe Lebenskosten: Franka Potente spricht offen über den Alltag in L.A. und warum die Schauspielerei nicht das Wichtigste für sie ist.

Franka Potente blickt nach mehr als 25 Jahren in Hollywood ohne Wehmut auf ihre Karriere zurück. «Es gibt natürlich eine Million Rollen, die ich gerne gespielt hätte. Aber es ist ja müßig, damit seine Zeit zu verbringen. Dafür ist mein Leben drumherum einfach zu gut», sagte die Schauspielerin der Wochenzeitung «Die Zeit». 

«Viele meiner Schauspieler-Freunde hier sind arbeitslos. Einige sind sogar mit vierzig zurück zu ihren Eltern gezogen, weil sie sich L.A. nicht mehr leisten können», berichtete Potente. Insgesamt werde heute deutlich weniger gedreht als zu Beginn ihrer Zeit in den USA, zugleich versuchten Produktionsfirmen immer häufiger, bei Gagen und Arbeitsbedingungen zu sparen. 

Auch sie selbst könne es sich nicht immer leisten, auf ungünstige Angebote zu verzichten. «Wenn’s geht, klar. Wenn ich aber ewig nicht gearbeitet habe und mal wieder etwas machen muss, sage ich eben doch zu», sagte die 51-Jährige, die 1998 mit dem Film «Lola rennt» berühmt wurde und in den 2000er Jahren etwa mit Johnny Depp («Blow») und Matt Damon («Die Bourne Identität») drehte. 

Leben in Los Angeles «wahnsinnig teuer»

Nach ihrem Regiedebüt habe die Pandemie weitere Regieprojekte ausgebremst, sagt Potente. Deshalb arbeite sie inzwischen wieder vor allem als Schauspielerin. Das Leben in Los Angeles sei «wahnsinnig teuer». Weil die öffentlichen Schulen «nicht so doll» seien, gingen ihre beiden Töchter auf eine katholische Privatschule. «Die war noch am billigsten, aber das Geld muss ja trotzdem irgendwie reinkommen.» 

Die Schauspielerei sei nicht das Wichtigste in ihrem Leben, auch wenn sie den Beruf «total gerne» mache. «Wenn ich ein, zwei große Projekte im Jahr habe, meine Rechnungen zahlen und mit den Kids in den Urlaub fahren kann: wonderful», sagt Potente. «Aber wenn mir einer genug Geld geben würde, könnte ich auch ohne entspannt leben.»

Quelle: dpa

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