Verdacht auf Steuerbetrug

Fall Epstein: Ermittlungen gegen französischen Ex-Minister

07. Februar 2026 , 20:03 Uhr

Der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang und seine Tochter geraten ins Visier von Finanzfahndern. Hintergrund sind Informationen aus den Epstein-Akten.

Im Zuge der Enthüllungen im Fall Epstein haben nun auch die Behörden in Frankreich Ermittlungen gegen einen ehemaligen Minister aufgenommen. Angesichts von Vorermittlungen wegen schweren Steuerbetrugs wies der frühere Kulturminister Jack Lang die Vorwürfe zurück. Diese seien unbegründet, sagte Lang nach französischen Medienberichten unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP. 

Unter dem Druck der Vorwürfe bot er dennoch seinen Rücktritt als Präsident des Pariser Kulturinstituts «Institut du monde arabe» (IMA) an. Außenminister Jean-Noël Barrot nehme diesen Rücktritt zur Kenntnis, bestätigte das französische Außenministerium der Deutschen Presse-Agentur. Er leite das Verfahren zur Ernennung eines Nachfolgers an der Spitze des IMA ein.

Finanzielle Verflechtungen im Fokus der Behörden

Die Finanzstaatsanwaltschaft hatte Medien zufolge am Freitag eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Geldwäsche und schweren Steuerbetrug gegen Lang und seine Tochter Caroline Lang eingeleitet.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Namen von Jack und Caroline Lang in den Dokumenten auftauchen, die von der US-Justiz im Rahmen der Epstein-Affäre veröffentlicht wurden. Eine bloße Erwähnung in den Akten bedeutet noch kein Fehlverhalten. Lang berief sich bisher auf seine «Naivität» mit Blick auf die Beziehung. 

Die nun angekündigte Untersuchung betrifft laut Medien mutmaßliche finanzielle Verbindungen zu dem gestorbenen US-Finanzier Epstein, über die das Enthüllungsmedium «Mediapart» berichtet hatte. Dabei soll es um eine von Epstein gegründete Gesellschaft mit Sitz in einem Steuerparadies gehen, an der Caroline Lang die Hälfte Anteile gehalten habe. Laut Mediapart wurde die Gesellschaft 2016 gegründet.

Weitere Politiker im Visier 

Jack Lang war Minister unter dem ehemaligen Präsidenten François Mitterrand in den 1980er und 90er Jahren. Seit 2013 stand der 86-Jährige an der Spitze des «Institut du monde arabe».

Nach der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten zum Fall Epstein sind auch andere ehemalige europäische Regierungsvertreter wegen finanzieller Verflechtungen mit dem Sexualstraftäter ins Visier der Behörden geraten. Gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson laufen Ermittlungen, weil er während der Finanzkrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben soll.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

16.02.2026 Epstein-Affäre: Durchsuchung nach Ermittlung gegen Jack Lang Im Zuge der Ermittlungen gegen Frankreichs Kultur-Ikone Jack Lang in der Epstein-Affäre ordnet die Finanzstaatsanwaltschaft Durchsuchungen an. Es geht um Verdacht auf Geldwäsche und Steuerbetrug. 11.02.2026 Von Adel bis Politik: Das «Wer ist wer» der Epstein-Akten Der US-Multimillionär und Pädokriminelle Jeffrey Epstein verkehrte in höchsten Kreisen. Die nun veröffentlichten Akten bringen viele in Bedrängnis - dabei hatte nicht jeder direkt mit Epstein zu tun. 04.03.2026 Harvey Weinstein im April erneut vor Gericht Der Schuldspruch gegen Harvey Weinstein 2020 galt als Meilenstein, bis er 2024 überraschend kassiert wurde. Beim zweiten Urteil blieb ein Anklagepunkt offen. Der soll nun erneut verhandelt werden. 04.03.2026 Georgia: Vater von US-Todesschütze wegen Mordes verurteilt Die Waffe war sein Weihnachtsgeschenk: In Georgia wird ein Vater für die tödlichen Schüsse seines Sohnes an einer Schule verurteilt. Was das Urteil so besonders macht.