Audi-CEO mit Trump

Experte zu Audi: Chefs nicht nur Aktionären verpflichtet

28. Oktober 2026 , 10:30 Uhr

Seit dem Auftritt mit Trump steht der Audi-Chef in der Kritik. Er selbst begründet die Aktion mit Unternehmensinteressen. Doch CEOs seien auch anderen verpflichtet, sagt ein Experte.

Unternehmenschefs wie Audi-CEO Gernot Döllner sind nach Einschätzung von Wirtschaftswissenschaftler Christian Strenger viel mehr als nur ihren Aktionären und dem Gewinn des Unternehmens verpflichtet. «Die Vorgabe ist, dass man mit allen Stakeholdern – den Aktionären, Mitarbeitern, der Umwelt, der Politik – ein nachhaltig tragendes Verhältnis aufbauen muss», sagte Strenger der Deutschen Presse-Agentur. Sich nur auf die Aktionäre zu konzentrieren «geht gar nicht». 

Der Döllner-Auftritt bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump sei unangemessen gewesen, sagte der Corporate-Governance-Experte. «Da hat er sich zur Unzeit vorführen lassen.» Einen solchen Auftritt mit Trump zu machen, sei «zum falschen Zeitpunkt genau das Verkehrte». Strenger verwies auch auf die Konzernregeln, die vor Wahlen politische Neutralität gebieten. In den USA stehen am 3. November die Zwischenwahlen an. 

Zudem betonte er, es ließen sich immer Wege für eine adäquate politische Begleitung finden. «Dass Döllner sich da selbst gezeigt hat, war weit mehr als eine Frage des schlechten Geschmacks.» 

Döllner war am Wochenende zusammen mit Trump aufgetreten und hatte den Bau eines eigenen US-Werks im Bundesstaat Georgia angekündigt. Seither steht er heftig in der Kritik, sogar sein Rücktritt wurde bereits gefordert. Er selbst hat seinen Auftritt als im Interesse des Unternehmens verteidigt.

Quelle: dpa

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