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Massenkarambolage und Millionenschaden bei Blitzeis

13. Januar 2026 , 12:12 Uhr

Spiegelglatte Straßen, zentimeterdickes Eis - In Bayern gab es Dutzende Unfälle, Verletzte und vor allem hohe Schäden. Was sich alles ereignete und wie die Aussichten sind.

Auf spiegelglatten Straßen haben sich in Bayern seit dem Abend zahlreiche Unfälle ereignet, darunter eine Massenkarambolage. Etliche Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer, hieß es von der Polizei. Besonders angespannt war die Lage in Oberfranken, wo sich etwa auf der A9 eine bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht gebildet hatte. Auch in anderen Teilen des Freistaats kam es zu Unfällen. Tief «Gunda» hatte für Eisregen gesorgt, der Straßen und Fußwege in eisige Rutschbahnen verwandelte. Mancherorts gab es auch Blitzeis. 

Mindestens eine Million Euro Schaden durch Auffahrunfall 

Im oberfränkischen Lichtenfels wurden nach Angaben der Polizei am Abend bei Blitzeis mindestens 13 Menschen bei einer Massenkarambolage auf einer Bundesstraße verletzt, zwei von ihnen schwer. Die Straße sei so glatt gewesen, dass die Streufahrzeuge kaum von der Stelle gekommen seien. In die Massenkarambolage seien 18 Autos, ein Lastwagen und ein Streufahrzeug verwickelt gewesen – zehn Fahrzeuge seien abgeschleppt worden. 

Auf der Autobahn 9 bei Bayreuth meldete die oberfränkische Polizei bis zum Morgen 14 Unfälle bei Glätte. Mindestens neun Menschen seien leicht verletzt worden, sagte eine Sprecherin. Das Eis auf der Fahrbahn war nach Schätzungen der Polizei teilweise bis zu zwei Zentimeter dick. Demnach waren 39 Fahrzeuge beteiligt, darunter mehrere Lastwagen. Der größte Unfall war wohl ein Auffahrunfall mit mehreren Autos und Lastwagen. Am frühen Morgen seien alle Fahrstreifen wieder freigegeben worden, hieß es. Die Polizei schätzte den Schaden auf mindestens eine Million Euro. 

Zwei vierjährige Kinder verletzt

Auch in Oberbayern rückten die Einsatzkräfte aus: Bei der Eisglätte seien etliche Fahrzeuge auf der Bundesstraße 20 an der Landesgrenze zu Österreich stecken geblieben. Zwei Lastwagen steckten in einer Kurve bei Bayerisch Gmain fest und blockierten damit die gesamte Straße, wie die Polizei berichtete. Erst nach etwa drei Stunden wurden die Sattelzüge befreit. Die Straßenmeisterei verteilte Streusalz.

Bei Tuntenhausen (Landkreis Rosenheim) wurden bei einem Frontalzusammenstoß sieben Menschen verletzt. Als Unfallursache vermutete die Polizei Glätte. Unter den Verletzten seien auch zwei vierjährige Kinder, eines davon habe schwere Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher. Eine 32-Jährige war zuvor mit ihrem Auto in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten.

Müllwagen kippt um

Bei Obertaufkirchen (Landkreis Mühldorf) kam ein Müllwagen von der Straße ab und kippte um – möglicherweise auch aufgrund der Witterungsverhältnisse, wie ein Polizeisprecher sagte. Zwei Menschen seien in dem Wagen eingesperrt worden, seien aber nicht groß verletzt worden. Die Bergung mit einem Kran sei aber aufwendig gewesen. 

Die Polizei im oberbayerischen Trostberg erinnerte an die erhöhte Unfallgefahr bei winterlichen Straßenverhältnissen und bat darum, die Fahrweise anzupassen. Anlass war ein Unfall bei Altenmarkt (Landkreis Traunstein). Ein Lastwagenfahrer war mit seinem Gefährt offenbar ins Rutschen geraten und frontal in einen entgegenkommenden Lkw gekracht, dessen Fahrerin mittelschwer verletzt wurde.

Schreckmomente beim Eisstockschießen

Mit dem Schrecken kamen Feuerwehrleute in der Oberpfalz davon. Sie vergnügten sich am Montagabend beim Eisstockschießen auf dem Hammersee bei Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf), als plötzlich ein Auto über die Eisfläche schlitterte. Der 20-jährige Fahrer habe wohl aufgrund überfrierender Nässe die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, sei über einen kleinen Abhang auf das Eis geraten und dort rund 30 Meter weit gerutscht, wie die Polizei in Neunburg vorm Wald berichtete. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehrleute mussten ihr Abendvergnügen unterbrechen und stattdessen helfen, mit der Wasserwacht und einem Abschleppdienst samt Kran das Auto zu bergen. 

«Ungewöhnlich mild»

Im Laufe des Tages entspannte sich die Lage – bei deutlich milderen Temperaturen zwischen 2 Grad an der unteren Donau und 12 Grad im bayerischen Oberland, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Der Augsburger Zoo blieb dennoch wegen Glatteis am Dienstag vorsichtshalber geschlossen. Auch an ein paar wenigen Schulen in Niederbayern entfiel am Dienstag wegen Glätte der Präsenzunterricht, ebenso an einer Schule im Nürnberger Land, wo die Heizung defekt war. 

Auch für die Nacht zum Mittwoch warnte der DWD vor Glätte durch gefrierende Nässe – dieses Mal in Altbaiern und Schwaben. Am Morgen sei an den nördlichen Mittelgebirgen vereinzelt gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Während vom Norden her Regen heranzieht, soll der Mittwoch an den Alpen freundlich werden. Die Temperaturen liegen den Prognosen zufolge zwischen höchstens 5 Grad in Ostbayern und 8 bis 12 Grad von Unterfranken bis zu den Alpen.

Quelle: dpa

 

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