Invasive Arten

Erstes Nest der Asiatischen Hornisse in Oberbayern entdeckt

13. Oktober 2026 , 14:17 Uhr

Sie fressen Honigbienen und andere Insekten - und breiten sich vermehrt in Europa aus. Nun ist ein Nest in München entdeckt worden. Wie die Fachleute den Tieren auf die Spur kamen.

Mithilfe winziger Sender haben Fachleute das erste Nest der Asiatischen Hornisse in Oberbayern aufgespürt – und zwar mitten in München. «Das Nest soll möglichst bald entfernt werden, um die weitere Ausbreitung der für Honigbienen gefährlichen Art einzudämmen», teilte der Bezirk Oberbayern mit.

Einzelne Exemplare der 2004 nach Europa eingeschleppten Art seien in Oberbayern erstmals im vergangenen Herbst in Schrobenhausen entdeckt worden. Zuletzt hatten mehrere Sichtungen südlich und südöstlich der Theresienwiese Hinweise auf ein Nest in der Landeshauptstadt geliefert. Rund 20 Fachleute sowie ehrenamtliche Imkerinnen und Imker machten sich deshalb auf die Suche. 

Um den Hornissen auf die Spur zu kommen, stellten sie Locktöpfe mit einer süßlichen Flüssigkeit auf. Als die Tiere sie anflogen, wurden zwei Exemplare eingefangen und mit Telemetrie-Sendern – winzigen Ortungsgeräte – ausgestattet. Dadurch konnten die Fachleute die Insekten auf ihrem Rückflug zum Nest verfolgen; es befand sich im Dach eines Hauses. Dem Bezirk zufolge wurde die Hausverwaltung informiert und organisiert nun die fachgerechte Entfernung des Nestes.

Eile ist geboten, bevor die Jungköniginnen neue Völker gründen 

Das muss fix passieren, denn im Herbst entwickeln sich in den Nestern Jungköniginnen, die nach der Begattung überwintern und im kommenden Frühjahr neue Völker gründen können. Ein voll entwickeltes Nest kann dabei rund 350 Jungköniginnen hervorbringen, wovon allerdings nur ein Teil überlebt und tatsächlich ein neues Volk gründet. 

Dennoch: «Mit jedem Nest, das wir rechtzeitig entdecken und entfernen, können wir die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse bremsen», betont Christian Altenburger von der Fachberatung für Imkerei des Bezirks Oberbayern. Die Bevölkerung solle daher alle Hinweise auf die Tiere mit ihrem dunklen Körper, einem orangefarbenen Band am Hinterleib und auffälligen gelben Beinen melden. Die Hornissen ernähren sich von anderen Insekten, darunter Honigbienen, und können dadurch Bienenvölker schwächen.

Quelle: dpa

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