Anhörung am Donnerstag

Epstein-Skandal: Ex-Prinz Andrew geht gegen Polizei vor

05. Oktober 2026 , 10:10 Uhr

Die vorübergehende Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor im Zuge des Epstein-Skandals erschütterte das britische Königshaus. Jetzt kommt es zu weiteren rechtlichen Folgen.

Der frühere britische Prinz Andrew Mountbatten-Windsor geht im Kontext seiner Festnahme Anfang dieses Jahres rechtlich gegen die Polizei vor. Der 66-Jährige, der im Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein praktisch alle Titel und Ehren verloren hatte, will die Aufhebung der damaligen Durchsuchungsbeschlüsse erreichen, wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf einen Justizsprecher berichtete.

An diesem Donnerstag soll dazu eine Anhörung stattfinden. Mountbatten-Windsor war am 19. Februar – an seinem 66. Geburtstag – in seinem damaligen Anwesen festgenommen worden. Er steht unter Verdacht, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter der britischen Regierung sensible Informationen an Epstein weitergegeben zu haben. Mittlerweile prüfen die Ermittler auch Vorwürfe zu möglichem sexuellem Fehlverhalten des jüngeren Bruders von König Charles III. (77).

Die britische Zeitung «The Telegraph» hatte zuvor berichtet, dass Mountbatten-Windsor die Erlaubnis erhalten habe, gerichtlich überprüfen zu lassen, ob die Thames Valley Police bei den Durchsuchungen im Februar rechtmäßig gehandelt habe. Ob Mountbatten-Windsor an der Anhörung teilnimmt, ist unklar. Laut PA geht es um einen Antrag der Polizei, den Zugang zu Gerichtsunterlagen einzuschränken.

Enge Freundschaft zu Epstein 

Mountbatten-Windsor war eng mit Epstein befreundet. Der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär betrieb jahrelang einen pädophilen Missbrauchsring, dem zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. Der Skandal zog das britische Königshaus in eine tiefe Krise.

Eines der Opfer, die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre, hatte Mountbatten-Windsor vorgeworfen, sie mehrfach missbraucht zu haben, zum Teil als sie noch minderjährig war. Der frühere Prinz bestreitet die Vorwürfe. Eine Zivilklage Giuffres in den USA endete in einem millionenschweren Vergleich.

Quelle: dpa

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