Affäre um Sexualstraftäter

Keine weiteren US-Anklagen im Epstein-Skandal

02. Februar 2026 , 12:54 Uhr

Seit Tagen werden die freigegebenen Dokumente aus den Epstein-Akten ausgewertet. Auch bei den Grammys ist der Skandal Gesprächsthema. Was sagt die Justiz?

Weitere jüngst veröffentlichte Dokumente aus den Epstein-Akten sorgen weltweit für Empörung – rechtliche Konsequenzen werden in den USA aber vorerst nicht gezogen. Bei der Prüfung sei nichts gefunden worden, was eine Strafverfolgung ermöglichen würde, sagte der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche dem US-Sender CNN. 

Die ganze Welt könne sich nun das veröffentlichte Material ansehen und selbst «beurteilen, ob wir uns geirrt haben», sagte er. «Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder von Menschen aus seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das erlaubt uns nicht unbedingt, jemanden strafrechtlich zu verfolgen», sagte Blanche.

Das US-Justizministerium hatte am Freitag eine letzte Charge an Ermittlungsakten veröffentlicht. Es sind Millionen Seiten, Tausende Videos und Fotos. In einem Video wird Epstein gefragt, ob er der «Teufel höchstpersönlich» sei. Der US-Multimillionär, der jahrelang einen Missbrauchsring betrieben hatte, nimmt die Frage offensichtlich nicht ernst. Die Auswertung sämtlicher Dateien durch Medien und Öffentlichkeit dürfte noch mehrere Tage andauern.

Epstein auch Thema bei den Grammys

Zwar kommen in dem veröffentlichten Material viele bekannte Persönlichkeiten vor, darunter auch US-Präsident Donald Trump. Allerdings gibt es keine Beweise für eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal. Der US-Präsident bestreitet, von den kriminellen Machenschaften Epsteins gewusst zu haben. Auf der Privatinsel des Unternehmers, die Zentrum des Missbrauchsrings gewesen sein soll, will Trump nie gewesen sein.

Die Gegner des US-Präsidenten glauben ihm allerdings nichts. Auch bei der Verleihung der Grammys in der demokratischen Hochburg Los Angeles war der Epstein-Skandal Thema. 

Moderator Trevor Noah sagte nach der Verleihung des Grammys für den besten Song an die Sängerin Billie Eilish, das sei eine Auszeichnung, die jeder wolle – «genau so sehr wie Trump Grönland will. Epsteins Insel ist weg». Trump brauche «eine neue», sagte Noah, um mit dem früheren Präsidenten Bill Clinton abzuhängen, der ebenfalls prominent in den Dokumenten aufgetaucht war. Trump drohte Noah darauf mit einer Klage. Auch Clinton bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Konsequenzen in Großbritannien

Nach aktuellem Stand bleibt der wegen seiner Verbindung zu Epstein tief gefallene, frühere britische Prinz Andrew einer der Wenigen, die durch die Dokumente tatsächlich ihr Leben ändern mussten. Der Bruder von König Charles III. hatte seine Ämter und Würden abgegeben müssen und lebt als Bürgerlicher.

Der britische Premierminister Keir Starmer sprach sich für eine Aussage Andrews vor dem US-Kongress aus, als er von Reportern danach gefragt wurde. Er habe «immer gesagt, dass jeder, der über Informationen verfügt, darauf vorbereitet sein sollte, diese Informationen zu teilen», sagte er, «in welcher Form auch immer». Einer Aufforderung der Demokraten, im Kongress auszusagen, war Andrew nicht nachgekommen.

Persönliche Konsequenzen aus dem Skandal zog am späten Sonntagabend dagegen der ehemalige britische Botschafter in den USA, Peter Mandelson. Der Politiker kündigte seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei. Nach neuen Behauptungen über seine Verbindung zu Epstein wolle er der britischen Regierungspartei «weitere Peinlichkeiten» ersparen, schrieb er der Nachrichtenagentur PA zufolge in einem Brief an die Partei.

Mandelson war wegen seiner Verbindungen zu Epstein von seinem Botschafter-Posten in den USA abberufen worden. Er war mit dem Amerikaner auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe verbunden geblieben. Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten waren weitere Verstrickungen Mandelsons ans Licht gekommen. So soll britischen Medienberichten zufolge aus den Akten hervorgehen, dass Epstein in der Vergangenheit Geld an Mandelson überwiesen habe. Mandelson bezeichnet das als «falsche Behauptungen».

Quelle: dpa

 

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