Kriminalität

Ehemann des Mordes an mehrfacher Mutter angeklagt

25. März 2026 , 11:21 Uhr

Sechs Kinder, häusliche Gewalt, ein Kontaktverbot – und dann ein tödlicher Angriff: Ein 37-Jähriger soll seine Ehefrau erstochen haben. Das Paar war erst wenige Wochen wiedervereint.

Nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Mutter im oberbayerischen Krailling wird ihr Ehemann des Mordes angeklagt. Darüber hinaus wirft die Anklage dem 37-Jährigen vor, nicht nur für die drei gemeinsamen, sondern auch für drei nicht aus der Ehe stammende Kinder in betrügerischer Absicht Sozialleistungen beantragt zu haben. Die 29 Jahre alte Frau war erst zwei Monate vor der Tat im Rahmen des Familiennachzugs mit den sechs Kindern nach Deutschland eingereist.

Der aus dem Jemen stammende Angeschuldigte lebt nach Angaben der Staatsanwaltschaft München II seit 2022 in Deutschland. Nach Stand der Ermittlungen folgte ihm seine Ehefrau im April 2025 – und zwar sowohl mit den drei gemeinsamen als auch mit drei weiteren Kindern. Daraufhin beantragte der Mann bei den zuständigen Stellen Sozialhilfe sowie Kindergeld und bezog anschließend für sich und die Kinder Sozialleistungen.

Gewalt gegen Frau führte zu Kontaktverbot

Den Erkenntnissen zufolge kam es bereits kurze Zeit nach der Ankunft der Frau zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten, die die Frau zur Trennung veranlassten. Wegen mehrerer Fälle häuslicher Gewalt bestand seit Anfang Juni sogar ein gerichtliches Kontaktverbot. Doch keine Woche später soll der Mann die Frau am 14. Juni mit einem Küchenmesser in ihrer Wohnung in Krailling (Landkreis Starnberg) mit mehreren Stichen tödlich verletzt haben.

Weil er die Frau nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft auf diese brutale Weise für die Trennung bestrafen und seine Macht demonstrieren wollte, wertet die Anklagenbehörde die Tat wegen der Merkmale der Habgier, der Verdeckungsabsicht, der Grausamkeit und sonstiger niedriger Beweggründe als Mord. Als nächstes muss nun das Landgericht München II über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Der Angeschuldigte sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die sechs Kinder, die zum Tatzeitpunkt zwischen vier und zehn Jahre alt waren, waren vom Jugendamt in Obhut genommen worden.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

30.03.2026 41-jähriger Streitschlichter in München schwer verletzt Ein Mann will in München einen Streit schlichten – doch plötzlich schlagen zwei junge Männer auf ihn ein, bis er regungslos am Boden liegt. Was über den Vorfall bekannt ist. 25.03.2026 Junge Männer rasen Polizei mit mehr als 240 km/h davon Ziemlich eilig hatten es zwei Autofahrer in Bayern. Ihre Raserei und dichtes Auffahren auf der A99 lassen einen Zeugen die Polizei alarmieren. Die Beamten haben Mühe, die beiden zu stoppen. 18.03.2026 Nach Freispruch im Fall Hanna – Ermittlungen gegen Unbekannt Ein 23-Jähriger wurde wegen Mordes an der Studentin Hanna verurteilt – und in einem zweiten Prozess freigesprochen. Doch die Ermittlungen in dem Fall gehen weiter. 31.03.2026 Freundin betäubt und vergewaltigt? Prozess vor dem Ende Ein Student aus China steht vor Gericht, weil er seine Freundin betäubt, missbraucht und dabei gefilmt haben soll. Im Prozess sprach er bereits über seine Taten – jetzt stehen die Plädoyers an.