Dritter Startversuch von Mega-Geldautomatensprenger-Prozess: wieder Abbruch?

24. Juni 2024 , 17:43 Uhr

+++UPDATE 18:00 +++

Der Prozess ist für heute erstmal beendet.

Nach der riesig langen Anklageschrift, die heute verlesen wurde, haben die Verteidiger Anträge gestellt. Die haben sich auf einen Aussetzungsantrag geeinigt – mehr oder weniger. Das heißt, die Verhandlung, wird auf den 16. Juni, also übermorgen, verschoben. Dazu kommt noch von einer Verteidigerseite der Antrag auf Befangenheit gegen den Richter. Bis das geklärt ist, dauert es noch eine Weile.

Außerdem warf die Staatsanwaltschaft der mutmaßlichen Bande «mafiöse Strukturen» vor. So seien die Aufgaben innerhalb der Bande genau verteilt gewesen sein, man habe sich auch hocharbeiten können vom «Logistiker» zum «Sprenger».

+++UPDATE 15:30 ++++

Rund 4 1/2 Stunden hat es gedauert, bis die Anklageschrift vollständig verlesen wurde. Zwischendrin hat es kleine Pausen gegeben. Jetzt wird abgewartet, welche Anträge gestellt werden. Wir der Prozess an der Stelle weitergehen oder doch vertagt? Insgesamt sind über 200 Gerichtstermine angesetzt, 2026 soll das Urteil fallen. Ob das allerdings in diesem Zeitplan bleibt, ist noch unklar.

Der niederländischen Bande werden rund 30 Straftaten in mehreren Bundesländern vorgeworfen. Darunter auch Taten in Oberfranken. Die Bande soll über 3 Millionen Euro erbeutet und Schaden in Höhe von 5,5 Millionen Euro angerichtet haben.

+++ UPDATE 12:30 +++

Die ersten beiden Starttermine sind wegen zu großer, kurzfristig eingereichter Akte abgebrochen worden. Seit 9 Uhr heute läuft jetzt dritte Anlauf des Prozesses – allerdings ist auch bis jetzt noch nicht viel passiert. Wie für das Gericht üblich, wurden zuerst alle Beteiligten, das heißt: die 16 Angeklagten, ihre jeweils mindestens zwei Anwälte, die Dolmetscher und auch die Staatsanwaltschaft vorgestellt. Da hier außergewöhnlich viele Menschen beteiligt sind dauert das Ganze auch ziemlich lange. Im Anschluss wurde dann das erste Mal die komplette Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft verlesen. Also alles, was den Angeklagten vorgeworfen wird. Das hat erstmal den kompletten Vormittag in Anspruch genommen.

Allein das hatte bei den vorherigen Startterminen nicht vollständig funktioniert.

+++

Dritter Startversuch des Mega-Geldautomatensprenger-Prozesses. In Bamberg geht es heute (24.6.) erneut los in der Sporthalle auf dem Gelände der Bundespolizei. An dem Mammut-Prozess sind 16 Angeklagte, insgesamt 30 Rechtsanwälte und mehrere Dolmetscher beteiligt. Eigentlicher Prozessauftakt ist bereits im April gewesen. Mehrere Anträge der Verteidiger haben den Prozess bereits zweimal verzögert. Rechtsanwalt Jochen Kaller rechnet auch heute wieder mit einem frühzeitigen Abbruch.

„Am Donnerstag ist uns ein Stick mit umfangreichen Akten zugekommen, weit über drei Gigabyte. So wie ich die auswärtigen Kollegen verstanden habe, haben die die Akte bis heute gar nicht bekommen. Ich denke, die meisten Verteidiger werden reagieren, wie am ersten Tag und die Aussetzung beantragen und ich rechne auch damit, dass das Verfahren dann ausgesetzt werden muss.“

Die Angeklagten sollen über einen Zeitraum von drei Jahren überall in Deutschland, auch hier in Oberfranken, Geldautomaten von Banken gesprengt, über drei Millionen Euro erbeutet und insgesamt über fünf Millionen Schaden angerichtet haben. Für den Prozess am Bamberger Landgericht sind über 70 Verhandlungstage angesetzt.

red

Das könnte Dich auch interessieren

22.06.2026 Millionen-Abzocke vor Gericht Vor dem Landgericht Bamberg starten am Montag (22.6.) gleich zwei Prozesse wegen mutmaßlichem Online-Anlagebetrug. Die Angeklagten sollen Teil internationaler Betrügergruppen gewesen sein. Dabei sollen Anleger über angebliche Trading-Plattformen mit falschen Gewinnversprechen zu hohen Einzahlungen gebracht worden sein. In einem Fall geht es um einen 38-Jährigen. Er soll als sogenannter Operation Manager in einem Callcenter in 15.05.2026 Zwei Geldautomatensprenger müssen für sieben Jahre ins Gefängnis Der Prozess gegen zwei Geldautomaten-Sprenger vor dem Landgericht Bamberg ist beendet. Die beiden angeklagten Niederländer sind zu siebeneinhalb und sieben Jahren Haft verurteilt worden. Sie haben zugegeben, Geldautomaten in Forchheim, Eckental und Küps gesprengt zu haben. Nach einer Übergangszeit in Deutschland sollen die Männer ihre Haft in den Niederlanden absitzen. red 04.12.2025 Callcenterbetrug: Prozess gegen "Retention Agent" in Bamberg Wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs in fast 80 Fällen muss sich ein 30-jähriger Mann aus Georgien ab Donnerstag (4.12.) vor dem Landgericht Bamberg verantworten. Er soll als sogenannter Retention Agent in einem Callcenter in Tiflis für eine größere Tätergruppe gearbeitet haben. Dort soll er Kunden aus dem deutschsprachigen Raum mit falschen Versprechen zu Investitionen auf 16.07.2026 Prozess um Millionenbetrug in Bamberg Am Landgericht Bamberg beginnt am Donnerstasg (16.7.) ein Prozess wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Der 37-jährige Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft zwischen 2017 und 2021 zur Führungsebene einer international agierenden Tätergruppe gehört haben. Die Gruppe soll über mehrere Callcenter, Anleger aus dem deutschsprachigen Raum mit vermeintlichen Online-Trading-Plattformen getäuscht haben. Den Kunden seien hohe Gewinne durch Investitionen in verschiedene