Brände

Treppenhaus brennt: Wohnung in Bochum wird zur Todesfalle

13. Oktober 2026 , 12:26 Uhr

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Bochum kommen drei Menschen ums Leben. Das Treppenhaus hat gebrannt - für die Opfer kam jede Hilfe zu spät.

Rot-weißes Flatterband versperrt den Eingang zu einem dreigeschossigen Mietshaus in Bochum. Das Innere ist völlig verrußt, Schutt und Reste des verbrannten Holz-Treppenhauses sind zu sehen. In diesem Haus sind am Dienstagmorgen bei einem Brand drei Menschen gestorben – möglicherweise erstickt, weil sie nicht rechtzeitig aus dem Gebäude herauskamen.

«Eine Tragödie, wie sie Bochum seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat», sagt der SPD-Oberbürgermeister der Ruhrgebietsstadt, Jörg Lukat, der am Morgen an die Brandstelle kam. Die Feuerwehr erklärt das Haus wegen der zerstörten Treppe und der Rußschäden für unbewohnbar.

Hausbewohner standen am Fenster und riefen um Hilfe

Gegen 4.15 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und zu dem Großfeuer gerufen, wie sie später mitteilte. Das Feuer habe sich zu diesem Zeitpunkt schon weit ausgebreitet, dichter Qualm stieg aus dem Haus auf. Fünf Menschen hätten an den Fenstern im ersten und zweiten Geschoss gestanden und um Hilfe gerufen, sagte ein Sprecher. «Sie hatten große Angst.»

Die Feuerwehr hatte dabei ein Problem: Die Zeit lief ihr davon, aber sie kam selbst nicht in die Wohnungen, weil das Treppenhaus bereits verbrannt war. Zwei Menschen retteten die Einsatzkräfte schließlich von außen über eine Drehleiter, zwei weitere über tragbare Leitern. Ein Bewohner fasste sich ein Herz und sprang aus dem ersten Stock in ein Sprungpolster der Feuerwehr. 

In einer ersten Mitteilung über den Brand berichtete die Polizei nur von den fünf Geretteten, die nach Angaben der Feuerwehr allesamt Rauchgasvergiftungen erlitten hatten und in Bochumer Krankenhäuser gebracht wurden. Erst im Zuge der weiteren Löscharbeiten stießen die Rettungskräfte dann in einer der Wohnungen auf die drei toten Erwachsenen. Zu ihrer Identität gibt es zunächst keinerlei Angaben, nicht einmal zu ihrem Geschlecht. 

Für die Löscharbeiten mussten Gas und Strom abgestellt werden. Dadurch wurden auch die Nachbargebäude von der Energiezufuhr getrennt. Zahlreiche Bewohner mussten am frühen Morgen in der Dunkelheit ihre Wohnungen verlassen. 

25 Menschen im Betreuungsbus an der Brandstelle

Die Stadt stellte einen Betreuungsbus bereit, in dem etwa 25 Menschen unterkamen. Die meisten von ihnen bleiben jetzt vorerst bei Freunden oder Bekannten. Ein Bewohner wird von der Stadt untergebracht.

Nach rund vier Stunden hatte die Feuerwehr den Brand gelöscht – danach begann die Suche der Polizei nach der Brandursache. Polizei und Staatsanwaltschaft gründeten eine Ermittlungskommission, wie sie mitteilten. Am Vormittag standen Brandermittler der Polizei vor dem stark beschädigten und völlig verrußten Haus. Die Feuerwehr half ihnen mit der Drehleiter bei der Begutachtung der oberen Stockwerke.

Hatten alle Wohnungen Brandmelder?

Nicht nur die Brandursache wird nun untersucht. Es gilt auch zu prüfen, wieso der Alarm relativ spät ausgelöst wurde. Ein Sprecher der Feuerwehr wirft die Frage auf, ob wirklich alle Wohnungen Brandmelder hatten. Das muss untersucht werden.

Bei allem Schrecken gibt es wenigstens eine positive Meldung: Die Feuerwehr konnte aus dem brennenden Haus eine Katze retten. Das Tier wurde mit Sauerstoff erstversorgt und dann einem Tierarzt übergeben.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

12.10.2026 Tod beim Bungee-Sprung – Polizei sieht keine Straftat Eine 21-Jährige verunglückt beim Bungee-Jumping in einem ehemaligen Steinbruch tödlich. Notfallseelsorger betreuen ihre Begleiter. Die Polizei sieht keinen Anlass für strafrechtliche Ermittlungen. 05.10.2026 Brand am Gardasee: Deutscher Tourist noch im Krankenhaus Gasflaschen explodieren, Flammen zerstören 30 Mobilheime und fünf Autos. Unter den Verletzten: eine Schweizer Familie. Am schwersten verletzt wurde ein Deutscher. 18.09.2026 Brandanschlag auf Synagoge: Untersuchungshaft angeordnet Mitten am Tag soll ein 37-Jähriger einen Brandsatz an der Wuppertaler Synagoge gezündet und sich danach antisemitisch geäußert haben. Nun sitzt er in Untersuchungshaft. 17.09.2026 Dorf unter Schock: Fünfjähriger und Vater sterben bei Brand Ein Brand in einem Einfamilienhaus löst in der Nacht einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften aus. Ein Vater und sein fünfjähriger Sohn kommen ums Leben. Die Ermittlungen laufen.