Das schönste Tor des Abends ging dieses Mal nicht auf das Konto von Harry Kane. Doch mit seinen beiden Treffern beim 4:1 im DFB-Pokal beim Zweitligisten VfL Osnabrück meldete sich auch Bayerns Top-Torjäger mit ein bisschen Verspätung in der neuen Saison an. «Es war eine gute Leistung von uns vor einer tollen Kulisse. Wir können zufrieden sein», sagte Kane nach dem Einzug in die zweite Runde.
Weil Kane in den ersten beiden Pflichtspielen der Saison beim 2:1 im Supercup gegen Borussia Dortmund und beim 5:1 zum Ligastart gegen den VfB Stuttgart nicht getroffen hatte, konnte sich Bayerns Sportdirektor Christoph Freund eine launige Spitze nicht verkneifen. «Jetzt war er ja in der Krise, hatte zwei Pflichtspiele nicht getroffen», scherzte Freund über den Torschützenkönig der vergangenen drei Bundesliga-Spielzeiten.
Mit seinem Treffer zum 1:1 brachte der Brite die Bayern nach Osnabrücks Traumtor durch Robin Meißner wieder auf Kurs, ehe er vom Elfmeterpunkt für den Schlusspunkt sorgte. «Wir waren sehr diszipliniert. In solchen Spielen ist es wichtig, dass man mental bereit ist und das waren wir», sagte Kane. Im 150. Pflichtspiel für die Bayern waren es seine Treffer 147 und 148 – eine Wahnsinnsbilanz.
Weshalb die Bayern den Kapitän der englischen Nationalmannschaft auch gerne weiter an den Verein binden würden. Nach Kanes Rückkehr im Anschluss an eine für ihn emotionale Weltmeisterschaft sind die Gespräche über eine Vertragsverlängerung inzwischen angelaufen, die Chemie hat nach Angaben beider Verhandlungsparteien gestimmt. Trotzdem wird es bei der Verlängerung seines nach dieser Saison auslaufenden Vertrages keinen Schnellschuss geben.
«Das gelingt nicht in ein, zwei Wochen», sagte Kane. «Es wird noch eine Menge Diskussionen um die Details geben.» Dabei geht es natürlich um das künftige Gehalt des Topverdieners und um die Laufzeit des neuen Vertrages, bis 2029 oder 2030. Kane soll die längere Dauer anvisieren.
«Ich bin 33. Es ist womöglich nicht mein letzter Vertrag, aber ein großer Vertrag, über den ich entscheiden muss», sagte Kane, der im Sommer 2023 für die Münchner Rekordablöse von rund 100 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zu den Bayern gekommen war. «Es geht darum, dass ich damit glücklich bin. Und auch der Verein will glücklich sein.»
Aktuell fühlt sich Kane in München gut aufgehoben. Das hat auch Bayern-Coach Vincent Kompany beobachtet. «Man kann sehen, dass er glücklich ist», sagte Kompany in der ARD. Dass der Angreifer auch in der Partie bei einem Zweitligisten keine Pause bekam, begründete Kompany mit dessen großer Professionalität. «Harry hat die Erfahrung zu wissen, wann er Gas geben muss. Er ist schon sehr schlau mit seinen Laufwegen. Deshalb kann er auch fast immer 90 Minuten spielen.»
Von einem solchen Status ist Tom Bischof noch weit entfernt. Dennoch zählte auch der 21-Jährige zu den individuellen Gewinnern des Abends. Nachdem sich Bischof im zentralen defensiven Mittelfeld in den ersten beiden Pflichtspielen trotz starker Vorbereitung erst einmal wieder hinter Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic anstellen musste, durfte er in Osnabrück von Beginn an ran – und nutzte seine Chance. «Ich bin immer froh, wenn ich starten darf und Minuten bekomme. Es fühlt sich einfach gut an», sagte Bischof.
«Tom hat es sehr gut gemacht. Er ist ein richtig guter Fußballer. Er ist ein wichtiger Spieler für uns», lobte Freund den Mittelfeldspieler, der auch in den Planungen des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp eine Rolle spielen dürfte. «Wir haben jetzt drei Spieler, die die Positionen auf der Doppel-Sechs spielen können. Ich denke, dass wir da eine gute Mischung haben und die Jungs sich auch gegenseitig pushen werden», sagte Freund.
Quelle: dpa