Mobilität

Dienstwagen-Check: Bayern trotz Verbesserung mit Roter Karte

01. September 2026 , 11:50 Uhr

Wer fährt den klimafreundlichsten Dienstwagen? Die Deutsche Umwelthilfe hat die Fuhrparks von Bundes- und Landesregierungen ausgewertet. Bayern landet im hinteren Mittelfeld, steigt aber etwas auf.

Die bayerische Staatsregierung ist laut einer Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) weiterhin mit Dienstwagen mit einem hohen CO2-Ausstoß unterwegs. Die Ministerinnen und Minister bekamen im sogenannten Dienstwagen-Check der Umwelthilfe wie im Vorjahr zusammengenommen eine Rote Karte – allerdings ist Bayern im Bundesländer-Vergleich etwas aufgestiegen, vom 13. auf den 11. Platz. Der CO2-Ausstoß sei leicht zurückgegangen, von 179 auf 170 Gramm pro gefahrenem Kilometer.

Gut für die bayerische Bilanz sind demnach die Dienstwagen von Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) – beide fahren laut DUH-Übersicht reine Elektroautos.

Wissenschaftsminister Markus Blume, Finanzminister Albert Füracker, Innenminister Joachim Herrmann (alle CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) greifen demnach auf Diesel-Fahrzeuge zurück, alle andere Ministerinnen und Minister auf Hybrid-Fahrzeuge. Zum Dienstwagen von Ministerpräsident Markus Söder finden sich in der Liste keine detaillierten Angaben – der CSU-Chef nutzt speziell geschützte Dienstwagen.

Kritik an klimaschädlichen Verbrennungsmotoren

Nach Ansicht der Umwelthilfe setzen zu viele deutsche Politiker in Bund und Ländern auf Dienstwagen mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren. Nur 90 von 249 untersuchten Dienstwagen sind demnach rein elektrisch unterwegs. Ihr Anteil an der ausgewerteten Gesamtmenge ist damit gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken. 

Das sei eine «Kampfansage gegen zukunftsgerichtete Verkehrspolitik und ein desaströses Signal für die deutsche Klimapolitik», kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. «Die Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierungen verfehlen ihre Vorbildfunktion massiv», sagte sie. Bund und Länder sollten bei der Neubeschaffung konsequent auf Elektroautos setzen und keine Plug-in-Hybride kaufen, forderte Metz.

Plug-in-Hybride sind Fahrzeuge, die sowohl mit Treibstoff als auch mit Strom gefahren werden können. Umweltschützer kritisieren, dass sie in der Praxis häufig mit Verbrennungsmotor gefahren werden. Sie machen den Angaben zufolge den größten Anteil der Dienstwagen-Flotte aus. Die Umwelthilfe nimmt für ihre Auswertung einen elektrischen Fahranteil von rund 11 Prozent an, um den CO2-Ausstoß zu ermitteln. Falls Politikern mehrere Dienstwagen zur Verfügung stehen, wurden jene mit dem höchsten CO2-Ausstoß berücksichtigt.

Quelle: dpa

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