Spielwarenindustrie

Deutsches Playmobil-Werk soll planmäßig Ende Juni schließen

11. April 2026 , 04:00 Uhr

Die berühmten Spielfiguren werden künftig nur noch im Ausland gefertigt - etwa in Malta und Tschechien. Für die Beschäftigten wird eine Transfergesellschaft angestrebt.

Die Horst-Brandstätter-Group, Muttergesellschaft von Playmobil, will die Herstellung der berühmten Spielzeuge in ihrem einzigen deutschen Werk im mittelfränkischen Dietenhofen bis Ende Juni beenden. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die Gründung einer Transfergesellschaft und die Aufstellung eines Sozialplanes seien gegenwärtig in der «Endphase», sagte ein Firmensprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der im Februar angekündigte Prozess laufe planmäßig.

Kündigungen für die bisher 350 Mitarbeiter seien im gegenseitigen Einvernehmen bisher nicht ausgesprochen worden. «Unser klares Ziel ist es, den Beschäftigten im Rahmen einer Transfergesellschaft eine Perspektive über den 30. Juni 2026 hinaus zu ermöglichen und die Beschäftigten beim Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse aktiv zu unterstützen», betonte der Sprecher. Künftig werde die Produktion der Playmobil-Figuren an bereits bestehenden Unternehmensstandorten in Malta und Tschechien fortgeführt.

Die Horst-Brandstätter-Group hatte in den vergangenen Jahren schwere Zeiten durchschritten. Die Relevanz der Playmobil-Spielzeuge in den Kinderzimmern hat abgenommen. In wenigen Jahren büßte die Gruppe ein Drittel ihres Umsatzes ein.

Firmenchef Bahri Kurter hatte auf der Spielwarenmesse im Januar angekündigt, es könne eine Trendwende geschafft werden. Das Unternehmen versucht es im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada unter anderem mit Playmobil-Figuren, die berühmte Fußballspieler darstellen sollen.

Quelle: dpa

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