Katastrophe im Himalaya

Deutsche Familie in Nepal gerettet: «Wir wären gestorben»

28. August 2026 , 14:17 Uhr

Eine Familie aus dem Berchtesgadener Land wollte in Nepal eigentlich wandern und Verwandte besuchen. Dann kamen die Wassermassen. Die Deutschen hatten Glück im Unglück, wie der Vater erzählt.

Mit viel Glück hat eine vierköpfige deutsche Familie die Flucht vor den Wassermassen in Nepal überlebt. Manuel Münch (37), seine nepalesische Frau (35) und die beiden Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren wurden nach der verheerenden Flut von der Armee per Hubschrauber in Sicherheit gebracht. Tagelang hat die Familie bei Verwandten nahe Trishuli Bazar ausgeharrt, nachdem die Fluten Straßen und Brücken zerstört und den Weg aus dem Gebiet abgeschnitten hatten.

«Lautes Donnern und Grollen»

Was die Familie rettete, war eine Planänderung. Münch und seine Familie hatten eine kurze Trekking-Tour in der Langtang-Region unternommen, mussten diese aber abbrechen, weil frühere Erdrutsche die Wege verschüttet hatten. Sie kehrten vorzeitig zurück und besuchten Verwandte nahe Trishuli Bazar.

Einen Tag später kam die Flut. «Wir haben die Flutwelle gesehen und sind dann mit allem, was wir hatten, den Hügel hinaufgerannt», erzählte Münch der Deutschen Presse-Agentur. Rund 800 Meter sei die Familie gelaufen, um sich in Sicherheit zu bringen. Von dem Haus der Verwandten nahe am Fluss habe man das herannahende Unheil schon von Weitem gehört. «Ein lautes Donnern, ein Grollen», sagte Münch. Dann habe die Familie gesehen, wie die Flutwelle kam und Staub aufgewirbelt wurde.

«Wir wären gestorben»

«Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben», sagte Münch. Die Familie nahm nach der Katastrophe Kontakt zur deutschen Botschaft auf und teilte mit, dass alle in Sicherheit seien. Zugleich bat sie um Hilfe bei der Evakuierung. 

Denn auf dem Landweg gab es kein Weiterkommen: Auf einer Strecke von rund 40 Kilometern seien mehr als 20 Brücken zerstört worden, sagte der Familienvater. Straßen und Verbindungen auf beiden Seiten des Flusses waren unterbrochen. Jetzt wurden die vier per Hubschrauber in ein Armeecamp in Battar Bazar gebracht. Nun wollen sie nur eins: so schnell wie möglich Deutschland zurück.

Rettungshubschrauber im Dauereinsatz

Im Armeecamp herrscht derweil reger Betrieb. Ununterbrochen starten und landen Rettungshubschrauber, um Menschen aus den schwer getroffenen Gebieten zu holen. Den Helikoptern entsteigen einzelne Gerettete, ganze Familien und Gruppen wie Schulklassen oder Arbeiter zerstörter Wasserkraftanlagen. Manche sind sichtlich verletzt, andere wirken erschöpft und verstört nach den Stunden in der Katastrophenregion.

Die nepalesische Armee brachte die meisten Geretteten anschließend in Sammelunterkünfte. Auch die Familie Münch sollte mit einem Auto nach Kathmandu gebracht werden, von wo aus sie ihre Rückreise nach Deutschland antreten kann.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

28.08.2026 Experte: Automatisiertes System könnte vor Sturzflut warnen Wie könnte ein Frühwarnsystem Menschen vor Sturzfluten schützen? Ein Experte erklärt, warum internationale Zusammenarbeit und Finanzierung entscheidend sind. 28.08.2026 Himalaya-Sturzflut: Über 500 Tote, deutsche Familie gerettet Nach der Sturzflut im Himalaya steigt die Zahl der Toten. Noch immer werden fast 2.000 Menschen vermisst - aber eine deutsche Familie ist in Sicherheit. Nun droht eine weitere Gefahr in der Region. 27.08.2026 Bergsteiger-Legende Messner: Leid in Nepal «herzzerreißend» Reinhold Messner zeigt sich nach der Sturzflut in Nepal betroffen. Der Bergsteiger war selbst unzählige Male in dem Land und bestieg Berge im Himalaya. Er setzt einen emotionalen Instagram-Post ab. 27.08.2026 Dalai Lama bestürzt über Flutkatastrophe in Nepal und China Das Glaubensoberhaupt des tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama, zeigt sich betroffen von der tödlichen Sturzflut in Nepal und China. In seiner Botschaft erahnt er eine tieferliegende Ursache.