Fußball-Europapokal

Freiburg und Mainz: Neue Hoffnungsträger der Bundesliga

10. April 2026 , 11:44 Uhr

Neben den Bayern holen auch die vermeintlichen Underdogs wichtige Punkte im Rennen um einen weiteren deutschen Champions-League-Startplatz. In den Halbfinals könnte es besonders spannend werden.

Maximilian Eggestein nickte anerkennend. «Ehrlich?», entfuhr es dem Mittelfeldspieler des SC Freiburg, als er darüber informiert wurde, dass auch der FSV Mainz 05 seinen nächsten Sieg im Europapokal eingefahren hatte. «Stark!», sagte der 29-Jährige. Das sei «schön für den deutschen Fußball».

Freiburg und Mainz als Hoffnungsträger der Bundesliga – da kann man schon mal kurz staunen. Im Schatten des großen FC Bayern München, der in der Champions League unter der Woche mit 2:1 bei Real Madrid gewonnen hatte, entschieden auch die vermeintlichen Underdogs ihre internationalen Viertelfinal-Hinspiele für sich: Freiburg in der Europa League mit 3:0 gegen Celta Vigo, Mainz in der Conference League mit 2:0 gegen Racing Straßburg.

Was die Bundesliga davon hat? Womöglich einen fünften Startplatz in der kommenden Champions-League-Spielzeit. Zumindest sind die Chancen wieder leicht gestiegen. In der entscheidenden Saisonwertung der UEFA liegt Deutschland zwar immer noch auf dem dritten Rang, der Rückstand auf die zweitplatzierten Spanier hat sich jedoch verringert.

Matthäus schwärmt von Freiburg

Der deutsche Fußball sei in den vergangenen Jahren «immer mal wieder kritisiert» worden, meinte der Mainzer Paul Nebel nach dem überzeugenden Auftritt gegen Straßburg. «Ich glaube, dass man jetzt auch sieht, dass der deutsche Fußball sich absolut zeigen kann. Und es ist natürlich schön, wenn wir da auch ein Stückchen dazu beitragen können.»

Die Bundesliga müsse sich «international auf jeden Fall nicht verstecken» und habe «viel Qualität», meinte Nebels Teamkollege Stefan Posch. Gerade bei den Bayern gebe es keine zwei Meinungen darüber, «was die gerade abliefern».

Die Münchner als deutsches Zugpferd im Europapokal – das ist nicht neu. Dass auch Freiburg und Mainz mal in ein internationales Halbfinale einziehen könnten, war vor einigen Jahren hingegen noch nicht unbedingt absehbar. Das liegt sicher auch, aber nicht nur an dem relativ jungen Wettbewerb Conference League, der seit der Saison 2021/2022 ausgetragen wird.

«Das beste Spiel der Freiburger, das ich - seit ich beim Fernsehen arbeite – gesehen habe», hatte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus als RTL-Experte am Donnerstag über den furiosen Auftritt der Badener gegen Vigo gesagt.

England an der Spitze enteilt

Mit Blick auf den Zweikampf mit Spanien kam Freiburgs Sieg gegen die Galizier der Bundesliga natürlich besonders gelegen. Aktuell liegt Deutschland im UEFA-Ranking bei 20,285 Punkten und damit 0,621 Zähler hinter Spanien (20,906). Punkte gibt es für Siege, Unentschieden und ab dem Achtelfinale auch für das Weiterkommen. Die Punkte werden durch die Zahl der ursprünglichen Teilnehmer jedes Landes geteilt.

Seit der Reform der Champions League vergibt die Europäische Fußball-Union zwei weitere Startplätze über diese Saisonwertung. Die an der Spitze enteilte Premier League aus England hat einen schon sicher. Wer holt sich den zweiten?

Deutsch-spanische Duelle in den Halbfinals?

Da sich der FC Barcelona und Atlético Madrid (0:2) im Viertelfinale duellieren, stellt Spanien in der aktuellen Champions-League-Saison mindestens einen Halbfinalisten. Auch Betis Sevilla in der Europa League hat nach dem 1:1 bei Sporting Braga gute Chancen auf ein Weiterkommen, Rayo Vallecano gewann in der Conference League sogar mit 3:0 gegen AEK Athen. In der Vorschlussrunde könnte es zu deutsch-spanischen Duellen mit Freiburg und Mainz kommen – und womöglich dann zur Vorentscheidung im Rennen um den zusätzlichen Startplatz.

«Es ist Halbzeit. Wir haben uns eine gute Ausgangsposition erspielt, mehr aber auch nicht», bremste Freiburgs Eggestein nach der Gala gegen Vigo. Auch bei der TSG Hoffenheim, die als Liga-Fünfter derzeit vom weiteren Champions-League-Platz profitieren würde, dürften sie diese aber gerne gesehen haben.

Quelle: dpa

 

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