Justiz

Bekannte iranische Journalistin vorübergehend festgenommen

25. Februar 2026 , 13:32 Uhr

Während der jüngsten Massenproteste im Iran hatte sie sich kritisch geäußert. Nun gerät die bekannte Journalistin Elaheh Mohammadi ins Visier der Justiz.

Die bekannte iranische Journalistin Elaheh Mohammadi ist kurzzeitig festgenommen worden. Wie iranische Medien und eine informierte Quelle in Teheran berichteten, wurde die Reporterin am Mittwoch festgenommen. Der genaue Grund dafür war zunächst unbekannt. Von der Justiz gab es keine Bestätigung. Die Zeitung «Shargh» berichtete später, Mohammadi sei wieder frei. Ihre Arbeitsgeräte seien jedoch beschlagnahmt worden.

Mohammadi hatte sich während der jüngsten Massenproteste und dem repressiven staatlichen Vorgehen kritisch geäußert. Zuletzt berichtete sie etwa über die bei den Aufständen getöteten Demonstranten oder Inhaftierte und schrieb darüber auch in den sozialen Medien. Ihr Arbeitgeber, die Zeitung «Hammihan», musste wegen kritischer Berichte vor wenigen Wochen den Betrieb einstellen. 

Die Journalistin war 2022 international bekanntgeworden, nachdem sie als eine der ersten Journalistinnen über den Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini berichtet hatte und anschließend inhaftiert wurde. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nilufar Hamedi von der Zeitung «Shargh» wurde sie unter Spionagevorwürfen angeklagt, verurteilt und schließlich im Februar 2025 begnadigt. Berichten zufolge verbrachte sie damals insgesamt rund 17 Monate in Haft.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

19.03.2026 Iran richtet drei Männer nach Protesten hin Irans Sicherheitskräfte waren gewaltsam gegen die Unruhen im Land vorgegangen. Nun lässt die Justiz drei Teilnehmer der Aufstände hinrichten. Das weckt dunkle Erinnerungen. 18.03.2026 Wirbel um Videos mit Israels Premier Aufregung in sozialen Medien: Eine kursierende Behauptung um den Tod des israelischen Premiers gipfelt darin, Netanjahu sei durch eine KI ersetzt worden. Was die Aufklärung mit Kaffee zu tun hat. 23.02.2026 U2 widmet iranischem Opfer der Frauenbewegung einen Song Die irische Rockband U2 widmete auf ihrer neuen EP einem Opfer der iranischen Frauenbewegung einen Song. Das fand in der iranischen Community besondere Anerkennung. 21.02.2026 Amnesty: Nach Protesten im Iran drohen 30 Todesstrafen Die Proteste im Iran sind seit mehr als einem Monat verstummt. Menschenrechtler berichten nun über ein hartes Vorgehen der Justiz.