Bahnstrecken-Drama zwischen Bayreuth und Nürnberg dauert wohl bis Februar

24. September 2025 , 05:57 Uhr

Neues zum Bahnstrecken-Drama zwischen Bayreuth und Nürnberg. Die Sperrung soll wohl bis Februar dauern!
Der Abschnitt zwischen Pegnitz und Hersbruck wurde am Freitag (19.9.) ja ziemlich spontan gesperrt, weil die Brücke dort marode ist. Eine Katastrophe für Bahnreisende aus unserer Region. Jetzt berichtet die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Silke Launert von einer Videokonferenz. Daran beteiligt: Die Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG und die zuständigen Politiker, wie der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums und Bayerns Verkehrsminister.
Die Deutsche Bahn erklärt: Nach aufwendigen Untersuchungen sei erst jetzt das ganze Ausmaß der Schäden an mehreren Brücken in Deutschland sichtbar geworden. Diese kurzfristigen Bauarbeiten aktuell sollen bis Februar 2026 abgeschlossen sein. Ab heute (24.9.) ist endlich der Ersatzfahrplan in die Bahn-App eingepflegt. Ab morgen soll die Ersatzbuskapazität voll ausgebaut sein.

Launert zeigt sich nach dem Gespräch trotzdem zuversichtlich. Zumindest sei jetzt auf allen Ebenen angekommen, dass die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale wirklich wichtig ist. „Es besteht Einigkeit, dass wir in die Elektrifizierung einsteigen müssen – zunächst bis nach Neuhaus, am besten gleich nach Schnabelwaid.“

Die gesamte Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten Silke Launert:

Die Sperrung der Bahnstrecke zwischen Pegnitz und Hersbruck hat gravierende Folgen für Pendler und Reisende in der Region. Um über die aktuelle Lage und mögliche Lösungswege zu beraten, fand am Dienstag eine Videokonferenz mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Lange, dem Bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter, Mandatsträgern und Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Parteien sowie Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG statt.

Seitens der Bahn nahmen unter anderem Dr. Philipp Nagl (Vorstandsvorsitzender DB InfraGO AG), Heiko Büttner (Konzernbevollmächtigter der DB in Bayern) und Stephan Schmidt (Leiter Anlagen- und Instandhaltungsmanagement Region Süd, DB InfraGO AG) teil. Sie berichteten, dass durch die Durchführung aufwendiger Untersuchungen erst jetzt das tatsächliche Ausmaß der Schäden an mehreren Brücken sichtbar geworden sei.

Wie die Vertreter mitteilten, verfolgt die Bahn aktuell zwei Handlungsstränge:

  1. Kurzfristige Ertüchtigungsmaßnahmen an kritischen Stellen, die voraussichtlich bis Februar 2026 abgeschlossen sein sollen, sodass der Betrieb dann wieder an allen Streckenabschnitten vollständig aufgenommen werden kann.
  2. Langfristiger Ersatzneubau von insgesamt 18 Brücken, dessen Fertigstellung für den Zeitraum 2030 bis 2032 geplant ist.

Auch die Bayreuther Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Silke Launert nahm an der Konferenz teil und zeigte sich nach dem Treffen zuversichtlich:

„Alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, war ein wichtiges Signal. Jetzt gilt es, diese Krise in eine Chance umzuwandeln. Wir kämpfen seit Jahren für die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale – bisher haben wir aber leider kein ausreichendes Gehör gefunden. Heute war spürbar: Die Botschaft scheint endlich auf allen Ebenen angekommen zu sein. Es besteht Einigkeit, dass wir in die Elektrifizierung einsteigen müssen – zunächst bis nach Neuhaus, am besten gleich nach Schnabelwaid.“

Hinsichtlich der Finanzierung verwies Launert auf unterschiedliche Finanzierungstöpfe: Der Neubau der Brücken werde über das neue Sondervermögen finanziert, für die Elektrifizierung handle es sich um ein Bedarfsplanprojekt, das auf Bundesseite im Haushalt verankert werden müsse.

Auf Nachfrage erhielt Launert zudem die Zusage, dass der Ersatzfahrplan ab Mittwoch in der Bahn-App „DB Navigator“ einsehbar sein wird. Ab Donnerstag sollen außerdem die Buskapazitäten voll ausgebaut sein.

Hintergrund:
Seit Freitag, den 19. September, ist die Bahnstrecke zwischen Pegnitz und Hersbruck aufgrund technischer Überprüfungen an mehreren Brücken vollständig gesperrt. Für Reisende aus Hof, Marktredwitz, Bayreuth und Pegnitz besteht damit aktuell keine direkte Schienenverbindung mehr nach Nürnberg. Dr. Silke Launert hatte deshalb bereits am Freitag in einem Schreiben an Staatssekretär Ulrich Lange auf die massiven Folgen hingewiesen und einen direkten Austausch gefordert.

 

Nachfolgend noch eine Pressemitteilung der Bayreuther Bundestagsabgeordneten Anette Kramme:

Wie geht es weiter auf der Franken-Sachsen-Magistrale, nachdem vergangene Woche überraschend der Streckenabschnitt Pegnitz-Hersbruck für den Zugverkehr gesperrt wurde? Darüber informierten Vertreter der Deutschen Bahn sowie der zuständige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Lange, Vertreter und Mandatsträger aus der Region am vergangenen Dienstag. Kurzfristig sollen zunächst Ertüchtigungsmaßnahmen an kritischen Stellen, die voraussichtlich bis Februar 2026 abgeschlossen sein sollen, erfolgen. Langfristig ist dann der Ersatzneubau von insgesamt 18 Brücken geplant.

Licht am Ende des Tunnels sieht die Parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Anette Kramme allerdings nicht. „Ob die maroden Brücken im Pegnitztal tatsächlich bis Ende Februar 2026 so weit instandgesetzt werden können, dass die Züge zwischen Pegnitz und Hersbruck wieder rollen können, sehe ich skeptisch. Dass diese Sperrung überhaupt erforderlich wurde, ist ohnehin ein Offenbarungseid für Bahn und Verkehrsministerium. Die Leidtragenden sind jetzt vor allem die Pendler und Schüler. 

Die Aussage von Vertretern der Bahn, dass der schlechte Zustand der Brücken bisher nicht klar war und erst kürzlich erledigte Arbeiten daran das ganze Ausmaß gezeigt hätten, ist für mich unbegreiflich. Bereits im Jahr 2011 hatte der damalige Gesamtprojektleiter für den Brückenbau in Bayern Hartmut Völker mitgeteilt, dass die mehr als 100 Jahre alten Brücken erneuert werden müssen, da sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hätten. Daran ist für mich nichts misszuverstehen.

Seitdem sind 14 Jahre vergangen, in denen hätte geprüft werden können, wie der Zustand der Widerlager und der Gesamtzustand der Brücken wirklich ist. Diese lange Phase des Nichtstuns mit Finanzierungsproblemen und den Belangen des Denkmalschutzes schönzureden ist bei der erheblichen Gefahr im Verzug für mich kein stichhaltiges Argument.

Die Akteure hier vor Ort drängen seit Jahrzehnten auf die Realisierung der dringend nötigen Elektrifizierung und auf die Sanierung der Brücken. Wäre im Bundesverkehrsministerium der unbedingte Wille vorhanden gewesen, hier tätig zu werden, müssten wir jetzt nicht über diese sehenden Auges in Kauf genommene Verkehrskatastrophe sprechen. Die Wirtschaftlichkeit der Elektrifizierung wurde bestätigt. Dank des Sondervermögens für Infrastruktur sollten auch die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Ich erwarte, dass jetzt gehandelt wird.“

bea

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