Bundesversammlung

Auch Südwest-CDU-Chef Hagel will Aigner als Staatsoberhaupt

05. November 2026 , 02:00 Uhr

Die Entscheidung in der P-Frage rückt näher. Nun spricht sich der nächste mächtige Unionspolitiker für Ilse Aigner als Bundespräsidentin aus.

Nach anderen einflussreichen CDU-Politikern spricht sich auch Baden-Württembergs CDU-Landeschef Manuel Hagel klar dafür aus, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) zur Bundespräsidentin zu wählen. «Ilse Aigner hat meine volle Unterstützung als gemeinsame Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin», sagte Hagel der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Ihr Ansehen reicht weit über die eigenen Reihen hinaus. Sie verbindet Klarheit mit Herzlichkeit. Immer auf Augenhöhe, immer empathisch.»

Hagel warb dafür, dass die Union bei der Wahl des neuen Staatsoberhaupts am 30. Januar ein Angebot an die Mitte des Landes machen solle, an die Menschen, die jeden Tag anpackten, zusammenhielten und an Deutschland glaubten – und ein Angebot, das in der Bundesversammlung «von allen demokratischen Kräften» unterstützt werde. Aigner wäre die erste Frau an der Spitze des deutschen Staates.

Hagel nennt Aigner eine «Brückenbauerin»

Hagel begründete seinen Vorstoß mit dem rauer werdenden politischen Klima in der Bundesrepublik. «Unser Land ist aufgewühlt. Der Ton wird rauer. Die Ränder werden lauter.» Viele Menschen hätten das Gefühl, dass etwas ins Rutschen gerate. «Gerade jetzt braucht Deutschland als Staatsoberhaupt eine Stimme, die zusammenführt.»

«Das höchste deutsche Staatsamt verlangt Erfahrung, Herz und Haltung», sagte Hagel weiter. Er verwies in dem Zusammenhang auf Aigners Erfahrung in Bund und Land. Die CSU-Politikerin leitet seit 2018 den Bayerischen Landtag, «überparteilich, mit Würde und Wärme», so Hagel. Zuvor war Aigner unter anderem Bundeslandwirtschaftsministerin, bayerische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin. Ilse Aigner sei «eine Brückenbauerin in einer Zeit, die Brücken so dringend braucht.»

«Am 30. Januar hat die demokratische Mitte die Chance, zu zeigen: Wenn es darauf ankommt, steht unser Land zusammen – ruhig, respektvoll und handlungsfähig», sagte Hagel. «Als Südwestunion werden wir alles dafür tun, diese Chance zu nutzen.» 

Bundesversammlung wählt Ende Januar

Die Bundesversammlung kommt am 30. Januar 2027 in Berlin zusammen, um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu bestimmen. Mehrere einflussreiche Unionspolitiker haben sich bereits für Aigner ausgesprochen, darunter alle drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten. 

Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte sich am Montag für eine Frau als Bundespräsidentin ausgesprochen, aber noch keinen Namen genannt. Eine Entscheidung wird Anfang kommender Woche erwartet, wenn sich CDU-Präsidium und -Vorstand mit der Frage beschäftigen.

Quelle: dpa

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