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Auch ohne Hamburg: Olympia-Schaulaufen bei der Kieler Woche

24. Juni 2026 , 12:35 Uhr

Trotz Hamburgs Nein zu Olympischen und Paralympischen Spielen: Zur Halbzeit der Kieler Woche werben die Schleswig-Holsteiner intensiv für eine dritte olympische Regatta auf der Förde.

 Noch ist das Rennen offen: Deutschland hat die Absicht, sich um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 zu bewerben. Nach dem Nein Hamburgs zu Olympia in der Hansestadt sind als Bewerber noch Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr im Rennen. Offen ist: Wo soll gesegelt werden? Als mögliche Gastgeber der Regatten stehen Kiel und Rostock-Warnemünde bereit.

Bei der Kieler Woche nutzt Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt erneut die Chance, sich zu präsentieren und Punkte für die mögliche Rolle als olympischer Juniorpartner zu sammeln. Bei einer Pressekonferenz im Olympiazentrum Schilksee sagte Sportchef Dirk Ramhorst: «Hier sind Segler aus 58 Nationen am Start, zeigen das Motto: Die Kieler Woche verbindet die Welt.» Vor Schilksee wurde bereits 1936 und 1972 gesegelt.

Gespräche mit München und Rhein-Ruhr sind vereinbart

Im vergangenen Jahr hatte der Weltmeister und dreimalige Olympiateilnehmer Philipp Buhl Kiel als «nicht olympiareif» kritisiert. Laut Ramhorst gab es seitdem einen erfolgreichen Feedbackprozess und viele Verbesserungen. Am 1. Juli wolle er als Mitglied einer Delegation mit Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Grüne) und Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU) in München Gespräche führen.

Auch mit Rhein-Ruhr sind Gespräche geplant. Ramhorst: «Nach meiner Einschätzung haben München und Rhein-Ruhr die größeren Chancen. Deswegen ist das Intensivieren der Partnerschaften Ziel in den nächsten Wochen.» Berlin hat sich bereits auf Rostock-Warnemünde als Segelstandort festgelegt.

Buhl hat seine Kritik an der Förde mittlerweile revidiert und sagt zum Olympia-Duell der Segelreviere: «Kiel ist besser, weil der Bundesstützpunkt hier ist und auch hier bleiben soll.» Die modernen Klassen könnten Warnemünde überfordern: «Wenn da einmal Westwind ist, kann da ja keine Klasse mehr segeln.»

Der Deutsche Segler-Verband hält sich noch bedeckt

Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), ließ sich nicht in die Karten blicken: «Der DSV wird am 17. August das erste Gespräch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund haben, um sportfachlich die eingereichten Vorschläge zu beurteilen.» Die Entscheidung fällt dann bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden.

Quelle: dpa

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