Nahost

Äußerung zu Tötungen in Gaza: Klingbeil fordert Konsequenzen

18. August 2026 , 19:13 Uhr

Die Worte eines israelischen Polizeiministers schockieren. Der Aufruf, Palästinenser in Gaza zu töten, sei menschenverachtend, sagt der deutsche Vizekanzler. Was er jetzt fordert.

Vizekanzler Lars Klingbeil fordert Konsequenzen nach Äußerungen eines israelischen Ministers über gezielte Tötungen von Palästinensern. «Das sind Äußerungen, die wir als Bundesregierung in keinster Weise akzeptieren können», sagte der SPD-Chef im Sommerinterview der Sat.1-Sendung «newstime». Auf europäischer Ebene müssten jetzt «sehr ernsthaft» auch Sanktionen geprüft werden.

Das Verhalten des Polizeiministers Itamar Ben-Gvir sei «menschenverachtend». «Ich stehe in Solidarität zum Staat Israel. Aber ich stehe nicht in Solidarität zu solchen Ministern», sagte Klingbeil. Menschen wie Ben-Gvir zündelten immer wieder, nun sei eine Grenze überschritten. «Da muss die Bundesregierung deutlich widersprechen. Ich tue das hier auch», betonte der Vizekanzler. 

Grünen-Chefin verlangt Einreiseverbot

Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner forderte von der Bundesregierung, «gegen diesen Mann ein Einreiseverbot zu verhängen». Die Äußerungen Ben-Gvirs seien «zutiefst verstörend und menschenverachtend», sagte Brantner «Politico». «Wir sollten, wir müssen hier eine klare Grenze ziehen», betonte sie. Ben-Gvir falle «nicht zum ersten Mal mit erschreckenden Aufrufen zu Gewalt gegen Palästinenser», sagte Brantner. Mehrere europäische Staaten hätten bereits Sanktionen gegen ihn verhängt. «Es wird Zeit, dass Deutschland sich diesen Staaten anschließt», forderte die Grünen-Chefin. 

Der rechtsextreme Polizeiminister Ben-Gvir hatte unter anderem gesagt: «Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen.» Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, fügte er hinzu. Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten zu leben.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

20.08.2026 Staaten drängen Israel zu Rücknahme von Siedlungsplänen Deutschland und weitere westliche Staaten bezeichnen Israels Siedlungspläne in ungewöhnlich scharfem Ton als inakzeptabel. Und warnen auch Wirtschaftsunternehmen. 19.08.2026 Noch keine Festlegung auf Sanktionen gegen Israel-Minister Deutsche Regierungsmitglieder reagieren entsetzt auf Äußerungen des israelischen Polizeiministers zur gezielten Tötung von Palästinensern. Aber was folgt nun daraus? 21.08.2026 Untersuchungshaft für Nord-Stream-Verdächtigen in Kroatien Wolodymyr Z. will seine drohende Auslieferung nach Deutschland verhindern. Sein Anwalt beruft sich auf Polen, das sich weigerte, Z. zu überstellen. Doch hat er damit in Kroatien eine Chance? 20.08.2026 Bundeswehr unterstützt Polen beim Schutz der Nato-Ostgrenze Deutsche und polnische Soldaten sichern gemeinsam Polens Ostgrenze. Was der Bundeswehr-Einsatz für die Nato-Abschreckung bedeutet.