Champions League

Gelbe Karten für Kimmich und Olise: Droht ein Nachspiel?

11. März 2026 , 20:11 Uhr

Der FC Bayern steht so gut wie sicher im Viertelfinale der Champions League. Joshua Kimmich und Michael Olise fehlen im Rückspiel gesperrt. Absicht oder Pech? Die UEFA könnte noch eingreifen.

Ein glücklicher Zufall – oder waren es am Ende Gelbe Karten mit Kalkül? Joshua Kimmich und Michael Olise werden dem FC Bayern München im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo fehlen. Die beiden Leistungsträger sahen wegen Zeitspiels beim 6:1-Sieg im Hinspiel jeweils ihre die dritte Gelbe Karte und fallen damit für das kaum mehr relevante Rückspiel aus, wären aber in einem möglichen Viertelfinal-Kracher gegen Manchester City oder Real Madrid dabei.

Oder etwa doch nicht? Die Europäische Fußball-Union erklärte auf dpa-Anfrage, dass entsprechend den Regeln Kimmich und Olise im Rückspiel gegen Bergamo gesperrt sind. Gleichzeitig betonte aber ein UEFA-Sprecher, dass die offiziellen Spielberichte der Partien am Dienstag derzeit geprüft werden: «Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet. Sollten diese zu Disziplinarmaßnahmen führen, werden diese auf der UEFA-Disziplinar-Homepage veröffentlicht.» Das könne in den nächsten Tagen erfolgen.

Zweiter Fall Ramos zu erwarten?

Sorge vor einer längeren Sperre war beim deutschen Fußball-Rekordmeister nach dem Spiel nicht zu vernehmen. «Wir haben geführt, wir haben auf Zeit gespielt, dann bekommst du Gelbe Karten», sagte Sportvorstand Max Eberl. Die UEFA hatte einst Real Madrids Kapitän Sergio Ramos für zwei Partien in ihren Wettbewerben gesperrt, weil er im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Ajax Amsterdam eine Gelbe Karte provoziert hatte. 

Ramos hatte nach dem Spiel allerdings auch eingeräumt, eine Verwarnung provoziert zu haben. Derartiges war von Kimmich und Co. nicht zu hören. Doch Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe verwies auf die «indirekte Beweisführung». Für ihn wäre «alles andere als eine Ermittlung und Sperre überraschend», wie er in einem Post auf der Plattform X schrieb. Die Umstände der Gelben Karten für Kimmich und Olise seien «sehr auffällig».

«Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen möchte», sagte Kimmich und wies auf den Gegenspieler hin. «Ich glaube, wenn der nicht durchdreht, dann gibt es auch keine Gelbe Karte. Ich habe schon lange gebraucht, wollte jetzt nicht ins Pressing reinspielen. Ich habe zu lange gebraucht, auf jeden Fall. Ich glaube trotzdem, wenn der nicht auf mich zustürmt, lässt der Schiri es vielleicht durchgehen.»

Kimmich: Jetzt haben wir die Quittung

Absichtlich habe man sich die Verwarnung nicht abgeholt, sagte Kimmich. «Unnötiges Zeitspiel auf jeden Fall. Am Ende haben wir jetzt die Quittung, dürfen nicht mitspielen, fertig.» Ex-Nationalspieler Mats Hummels musste als Experte bei Amazon Prime über die Ausführungen von Kimmich schmunzeln: «Ich bin beeindruckt. Sportlich fantastisch von ihm, aber die Erklärung von ihm, das gefällt mir noch besser. Er hat es wunderbar erklärt.»

Quelle: dpa

 

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