Gewehr in Gitarrenkoffer

Frankreich: 14-Jähriger schießt auf Schulleiter und Lehrerin

12. Oktober 2026 , 18:45 Uhr

Nach den ersten Schüssen läuft der Schüler ein Stockwerk höher und feuert in Richtung einer Lehrkraft und auch in einer Klasse. Das Motiv ist noch vollkommen unklar.

Schock in Frankreich: Ein 14-Jähriger hat in einer Schule mit einem Jagdgewehr den Schulleiter und eine Lehrerin angeschossen und weitere Schüsse in Richtung eines Lehrers und in einer Klasse abgegeben. Der Direktor und die Lehrerin wurden an den unteren Gliedmaßen verletzt und kamen ins Krankenhaus, wie die stellvertretende Staatsanwältin von Marseille, Audrey Jouaneton, mitteilte. Weitere Menschen kamen nicht zu Schaden. 

Der Jugendliche, der Schüler an dem Collège im südfranzösischen Aubagne sei, habe das Gewehr in einem Gitarrenkoffer versteckt in die Schule gebracht. Er wurde von einer Lehrkraft überwältigt.

Ermittlungen wegen Verdachts auf versuchten Mord

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen des Verdachts auf versuchten Mord ein, wie Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bei einem Besuch vor Ort sagte. Er sprach von einem schwerwiegenden Vorfall und betonte die Welle der Erschütterung, die bei der Schulgemeinschaft, in Aubagne und im ganzen Land herrsche. 

Die zuständige Staatsanwältin sagte zuvor, das Motiv des Jugendlichen und die Frage, ob er gezielt auf den Direktor und die Lehrerin geschossen habe, seien noch nicht bekannt. Auch ob möglicherweise Mobbing der Auslöser für die Tat gewesen sein könnte, müsse noch ermittelt werden. Der Schüler habe weder während seines Angriffs noch danach etwas zu seinem Motiv gesagt und habe ruhig gewirkt, sagte Jouaneton.

Schüsse in Richtung von Lehrkraft und auf die Tafel

Nach den ersten Schüssen in der Halle des ersten Stocks sei der 14-Jährige ein Stockwerk höher gelaufen und habe dort in Richtung einer Lehrkraft auf den Boden geschossen. Dann sei er in einen Klassenraum gelaufen und habe vor der versammelten Klasse einen Schuss in Richtung der Tafel abgegeben. Insgesamt seien mindestens vier Schüsse gefallen.

Sicher scheint bislang nur, dass die Schüsse in der Schule in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Schulprotesten in Frankreich stehen. An dem Collège, vor dem die Schüsse fielen, gab es keine Protest- oder Blockadeaktionen.

Scharfer Appell des Bildungsministers

Vor Ort pochte Bildungsminister Édouard Geffray auf die «Unverletzlichkeit der Schule». Das Tabu, Lehrkräfte anzugreifen, müsse wiederhergestellt werden – «in den Familien, in der Gesellschaft, in den Medien, überall», sagte Geffray. 

Der französische Präsident Emmanuel Macron bekundete in einem Beitrag auf der Plattform X den Betroffenen seine «volle Solidarität». Er lobte «die Gelassenheit und die vorbildliche Reaktion» der Lehrkräfte, «durch die das Schlimmste verhindert werden konnte».

Quelle: dpa

 

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