Urteile

13.500 Euro Strafe, weil er Notarztwagen ausbremste

12. Oktober 2026 , 16:57 Uhr

Ein Autofahrer soll auf der B17 sechs Kilometer vor einem Notarztwagen hergefahren sein, statt Platz zu machen. Der Arzt kam dadurch verspätet beim Patienten an. Wie das Gericht den Fall bewertete.

Weil er einen Notarzteinsatz als Anlass zum Rasen genommen hat, ist ein 36 Jahre alter Autofahrer zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Augsburg sprach den Mann wegen Nötigung und eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens schuldig und zog den Führerschein des Angeklagten ein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Laut der Staatsanwaltschaft fuhr der 36-Jährige im Gegensatz zu allen anderen Autofahrern nicht zur Seite, als ein Notarztwagen mit Blaulicht und Sirene auf der Bundesstraße 17 unterwegs war. Vielmehr soll er weiter vor dem Einsatzwagen hergefahren sein und alle Signale der Einsatzkräfte missachtet haben, um sich den Weg von dem Notarzt quasi freiräumen zu lassen. Insgesamt sechs Kilometer soll er vor dem Rettungswagen geblieben sein, der Arzt soll dadurch mit fünf Minuten Verspätung bei dem Patienten angekommen sein.

Da der Angeklagte in dieser Situation die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich überschritten haben soll, wurde er nach der unzulässigen Nutzung der Rettungsgasse auch wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verurteilt. Der Richter legte eine Strafe von 180 Tagessätzen zu je 75 Euro fest. Außerdem ordnete er an, dass der Fahrer frühestens nach zwei Jahren wieder einen neuen Führerschein beantragen darf.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

24.09.2026 Millionenfund auf Autobahn – Freispruch für Fahrer Auf dem Weg nach Italien hatte der Fahrer ungewöhnliche Fracht: bündelweise Bargeld und Goldbarren. Dass es Beute aus Straftaten war, ist nicht nachzuweisen. Das Geld bleibt trotzdem beim Staat. 23.09.2026 Frau getötet und im Wald verscharrt: Zehn Jahre Gefängnis Ein Streit um Kinderbetreuung eskalierte, die Beziehung war zerrüttet – die Situation führte zur Tat. Nun wurde ein 39-Jähriger verurteilt. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt. 12.10.2026 BGH bestätigt: Arzt muss wegen Betrugs in Haft Ein Mediziner hat Hausbesuche und andere Leistungen abgerechnet, die er aber nicht erbracht hat. Jetzt steht fest: Er muss ins Gefängnis, aber nicht nur dafür. 12.10.2026 Auto überschlägt sich - Vater lässt sich und Tochter abholen Ein 43-Jähriger gerät mit seiner Tochter im Sportwagen bei starkem Regen ins Schleudern. Das Auto überschlägt sich mehrfach. Doch der Mann hat es nach dem Unfall eilig.