Polizei und Feuerwehr sind an einer Unfallstelle auf der B31 im Einsatz., © Davor Knappmeyer/Davor Knappmeyer /dpa/Archivbild

Der Winter ist zurück und sorgt für über hundert Unfälle

Der Schnee ist zurück im Freistaat und hat am Wochenende auf den Straßen zu mehr als 100 Unfällen geführt. Am Freitag starben vier Menschen bei Frontalzusammenstößen: Die Unfälle bei Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) und Weißensberg (Landkreis Lindau) endeten für drei Männer und eine Frau tödlich. In den Bergen erhöhte sich durch den Neuschnee die Lawinengefahr. Zu Beginn der Woche bleibt es laut Prognose der Meteorologen vom DWD weitgehend trocken, aber örtlich könne es Schneegriesel geben. Auf den Straßen ist somit weiterhin Vorsicht geboten.

Den Großteil der witterungsbedingten Verkehrsunfälle verzeichneten die Polizeipräsidien in der Nacht auf Samstag. Bei mindestens 91 Unfällen aufgrund schneeglatter Fahrbahnen mit meist Leichtverletzten summierte sich laut Schätzung der Polizei eine Schadenssumme von rund 400.000 Euro. In der Nacht auf Sonntag kam rund ein Dutzend weiterer Unfälle mit Leichtverletzten hinzu.

Das Auto eines Ehepaars stieß laut Polizei am Freitagnachmittag bei Penzberg frontal mit einem Transporter zusammen. Die beiden 71 und 74 Jahre alten Insassen kamen ums Leben. Ein acht Jahre altes Kind im Wagen des Paares wurde wie auch die beiden Menschen im Transporter leicht verletzt.

Auf der Bundesstraße 31 bei Weißensberg kamen ebenfalls zwei Menschen ums Leben. Ein 40-Jähriger war am Freitagabend aus bislang ungeklärter Ursache mit seinem Kleintransporter in den Gegenverkehr geraten und laut Polizei frontal in einen entgegenkommenden Sattelzug geprallt. Er und sein 38 Jahre alter Beifahrer wurden tödlich verletzt. Der Fahrer des Transporters erlitt leichte Verletzungen. Welche Rolle die Wetterverhältnisse bei den Unfällen spielten, war auch am Sonntag noch unklar.

Vor allem in höheren Lagen herrschte aufgrund des Neuschnees am Sonntag zum Teil erhebliche Lawinengefahr. Oberhalb von 2000 Metern im Allgäuer Hauptkamm, den Werdenfelser und Berchtesgadener Alpen lag die Lawinenwarnstufe bei 3 von 5, wie der Lawinenwarndienst Bayern mitteilte. Kammnah und an windexponierten Bereichen könnten Schneebrettlawinen von einzelnen Menschen ausgelöst werden, hieß es. In felsdurchsetztem Steilgelände könnten sich Lawinen gar von selbst lösen.

Wegen des Neuschnees war auch in kleineren Skigebieten wieder Skibetrieb möglich. So startete dieser etwa bei den Bergbahnen Brauneck bei Lenggries am Samstag, wie der Betreiber mitteilte. Von den 21 Pisten waren am Sonntag 14 geöffnet, am Berg bot sich eine 50 Zentimeter dicke Schneeschicht. Auch im Skigebiet Winklmoosalm in den Chiemgauer Alpen bei Reit im Winkl ermöglichte die weiße Pracht erneut den Skibetrieb. 17 der 20 Pisten waren am Sonntag geöffnet.

Schnee statt Kunststoffmatten hieß es bei den Bergbahnen Hocheck in Oberaudorf. Mit 40 Zentimetern Schnee am Berg waren am Sonntag fast alle Lifte für den Skibetrieb geöffnet. Zuvor hatte sich der Betreiber bereits auf ausbleibenden Schneefall eingestellt und eine Piste mit Skimatten ausgelegt. Am Freitag sollte der Betrieb darauf starten. Nun sorgte das Winterwetter für ein wieder breiteres Angebot.

Mit dem Schneefall sollte es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in der Nacht zu Montag erstmal vorbei sein. Die neue Woche startet demnach stark bewölkt und weitgehend trocken. Auf den Alpengipfeln könnte es der Prognose zufolge sonnig werden. Die Temperaturen steigen am Montag tagsüber auf minus drei Grad im Oberallgäu und plus vier Grad am Untermain.