Eine Mücke der Art Aedes vexans saugt Blut aus dem Arm einer Frau., © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Viele Stechmücken schlüpfen in Bayern

Im Freistaat schlüpfen derzeit besonders viele Stechmücken. Vor allem die Wald- und Wiesenmücken seien um diese Jahreszeit verbreitet, sagt Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Sie zeugen pro Jahr eine Generation, die in Mai und Juni schlüpft. «Wer jetzt durch den Wald läuft, hat es vor allem mit diesen Mücken zu tun», sagt Werner.

Das ist aber noch nicht alles: Regenwetter in Teilen Bayerns könnte zudem Überschwemmungs- und Überflutungsmücken begünstigen. «Es kann sein, dass die in bestimmten Regionen nächste Woche oder übernächste Woche aktiv werden – oder auch schon aktiv sind.»

Gibt es nun eine regelrechte Plage im Freistaat? Werner gibt Entwarnung: Das Stechmücken-Aufkommen ist anders als in den Vorjahren einfach wieder normal.

«Wir sind ein bisschen verwöhnt», sagt Werner. Vielerorts habe es in den vergangenen Jahren extrem wenig Regen gegeben. «Wenn dann wieder normale Witterungsbedingungen sind, entwickeln sich natürlich die Mücken.» In der Nähe von Bruthabitaten kann es Werner zufolge grundsätzlich mehr surren. «Aber ich würde niemals sagen, es gibt irgendwo eine Plage.»

In seltenen Fällen können Stechmücken Krankheiten übertragen. So kann beispielsweise die berüchtigte asiatische Tigermücke gefährliche Tropenerreger weitergeben. Im Freistaat ist sie bereits im mittelfränkischen Fürth und im oberbayerischen Erding aufgetreten.

Aber: Nicht alles Gestreifte ist gleich eine Tigermücke. Die heimische Ringelschnake kann mit ihrer helldunklen Musterung leicht mit dem Tropeninsekt verwechselt werden. Mit ihren etwa 12 Millimetern ist sie aber mehr als doppelt so groß.

Und nicht jeder Stich einer Tigermücke macht krank. Werner zufolge tragen die Tiere Erreger nicht per se in sich, sondern müssen sich erstmal selbst anstecken. Mit Hilfe des «Mückenatlas» zum Monitoring von Stechmückenarten soll deswegen verhindert werden, dass Tigermücken mit infizierten Reiserückkehrern zusammentreffen. Das Projekt bittet daher um Einsendungen von Stechmücken durch die Bevölkerung.