Eine angeklagte junge Frau (r) und ein angeklagter junger Mann (l) sitzen vor Prozessbeginn im Sitzungssaal im Landgericht Bayreuth (Archivbild)., © Daniel Karmann/dpa

Doppelmord von Mistelbach: Urteilsbegründung zeigt Abgründe

13 Jahre und sechs Monate für den 19-jährigen Mörder. Neun Jahre und sechs Monate für seine 17-jährige Ex-Freundin und Tochter des Ehepaares. Dieses Urteil im Mistelbacher Doppelmord ist heute Vormittag (23.1.) am Bayreuther Landgericht gefallen. Das ist genau das Strafmaß, das die Staatsanwaltschaft gefordert hat. Damit ist auch klar: Das Gericht sieht die notwendigen Mordmotive Hass und Heimtücke (bei Felix S. nur Heimtücke) als erwiesen an. Der Mord hat im Januar vor einem Jahr stattgefunden. Der Mörder hat im Schlafzimmer die beiden Eltern seiner Freundin Hannah Schwarz mit einem Messer erstochen. Für sie hatte die Verteidigung Freispruch gefordert.

 

Der Mörder – Felix S.

Der Mörder Felix S. gibt seine Tat voll zu und bereut sie zutiefst. Sein Verteidiger Hilmar Lampert:

Familie Schwarz hatte ihn gut aufgenommen und gut behandelt. Er war ihnen hierfür sehr dankbar. Trotzdem ließ er sich in dieser fatalen Nacht zu dieser schrecklichen Tat hinreisen. Sein Tun hat er von Anfang an gestanden. Die Rolle der Mitangeklagten hatte er zunächst aufgrund seiner Liebe zu ihr falsch geschildert. Es hat die Zeit des Loskommens gebraucht, wie auch der Findung seiner eigenen Persönlichkeit und Werte. Ihm ist mittlerweile klar geworden, dass Ausgangspunkt der Tat, die für ihn unheilvolle Liebesbeziehung zur Angeklagten war, gegen die er damals machtlos war. Sie hat sein Gehirn und seine natürlichen Reflexe in Hinblick auf diese schreckliche Tat ausgeschaltet. Er steht dafür und für die gegen ihn verhängte Strafe gerade. Sein Mitgefühl gilt vor allem den Hinterbliebenen von Antje und Stefan Schwarz und er entschuldigt sich abschließend bei diesen nochmals ausdrücklich für seine schwere Verfehlung.“

 

Die Tochter – Hannah Schwarz

Sie – Hannah Schwarz – bereut und gesteht nichts. Sie hat ihre Eltern nachweislich gehasst. Ihre Behauptung, dass die Eltern sie geschlagen haben, hat das Gericht widerlegt. Hannah Scharz war manipulativ. Zum Beispiel hat sie Felix S. gesagt, dass sie sich wegen ihrer Eltern umbringen will. In der Mord-Nacht hat Hannah ihre Geschwister davon abgehalten in den Keller zu gehen, hat ihrem Bruder aber erzählt, dass Felix dort gerade die Eltern tötet. Danach werde „alles gut“. Die Geschwister könnten gemeinsam im Haus leben, Felix würde sie adoptieren.

Sie habe ihren Ex-Freund Felix quasi dazu getrieben, ihre Eltern zu ermorden.

 

Mainwelle-Reporterin Sina Rees live aus dem Gericht. Wie haben die Verurteilten die Strafe aufgenommen? Wie begründet die Richterin das Urteil?

 

 

Alle unfassbaren Details: der familiäre Hintergrund – haben Hannahs Eltern sie wirklich geschlagen? Wie war das Verhältnis zwischen ihnen? Wie manipulativ ist Hannah?

red