Eine Schweißerin fügt Metall-Elemente durch Punktschweißen zusammen., © Markus Scholz/dpa/Archivbild

Umfrage: Jedes sechste Unternehmen bedroht

Jedes sechste Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie fühlt sich durch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld in seiner Existenz bedroht. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Umfrage unter 340 Betrieben durch die Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm.

«Das wirtschaftliche Umfeld wird derzeit vor allem vom Russland-Ukraine-Krieg und der Null-Covid-Politik Chinas schwer belastet», sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Bei vier von fünf Unternehmen werde im laufenden Jahr ein Gewinnrückgang erwartet, betonte er. Jedes dritte greife auf Kurzarbeit zurück.

Als Reaktion auf die aktuelle Situation wollen unter anderem 62 Prozent der Unternehmen die Lieferketten weiter diversifizieren. 57 Prozent wollen Investitionen reduzieren oder verschieben, 22 Prozent die Ausgaben für Forschung und Entwicklung reduzieren. Für 13 Prozent der Unternehmen steht ein Personalabbau im Raum.

«Die aktuellen Probleme gefährden direkt die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie», warnte Brossardt. «Wenn gerade jetzt in der Phase der Transformation nicht geforscht und nicht entwickelt wird, schwächt dies mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit. Wir dürfen nicht zulassen, dass wir international ins Hintertreffen geraten, denn die Konkurrenz schläft nicht.»

In der Metall- und Elektroindustrie steht die nächste Tarifrunde an. Die Industriegewerkschaft Metall hat in diesem Zusammenhang die Lage der Unternehmen jüngst deutlich positiver eingeschätzt und von einer «guten Ertragslage in der Mehrzahl der Betriebe» und «satten Gewinnen» gesprochen.