Studie: Kiefernwälder im Frankenjura massiv geschrumpft

Die Fläche besonders artenreicher Kiefernwälder in der Fränkischen Schweiz ist in den vergangenen Jahrzehnten trotz der Ausweisung als Natura-2000-Schutzgebiet dramatisch geschrumpft. Das mit Dolomitkiefernwäldern bedeckte Areal im nördlichen Frankenjura sei seit dem Jahr 1990 um mehr als drei Viertel, seit Mitte des 20. Jahrhunderts sogar um etwa 99 Prozent zurückgegangen, teilte die Universität Bayreuth am Donnerstag mit. Für die in der Fachzeitschrift «Biodiversity and Conservation» veröffentlichte Langzeitstudie verglichen Forscher der Hochschule demnach Forstinventuren mit rekonstruierten Waldbeständen im Jahr 1950.

«Der Schutz der Dolomitkiefernwälder im Frankenjura ist seit Jahrzehnten vernachlässigt worden», sagte der Erstautor der Studie, Andreas Hemp. Eine Ursache für den Rückgang sei das Ende der traditionellen Viehhaltung in den Wäldern, in deren Folge mehr Fichten und Buchen auf den Flächen gewachsen seien. Zum anderen hätten Forstbehörden reine Kiefern- und Fichtenwälder in Mischwälder umgewandelt, die forstwirtschaftlich produktiver und ökologisch stabiler seien. Diese würden aber Lebensbedingungen lichtbedürftiger, niedrig wachsender Pflanzen wie Orchideen beeinträchtigen.

Beim Schutz der verbliebenen Wälder soll demnach nun ein neues Projekt im Landkreis Nürnberger Land helfen. Der Bayerische Naturschutzfonds fördert das Vorhaben mit rund 460.000 Euro.